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Die Bombe explodiertei in einem von Muslimen schiitischer Glaubensrichtung bewohnten Stadtviertel.
Die Bombe explodiertei in einem von Muslimen schiitischer Glaubensrichtung bewohnten Stadtviertel.(Foto: dpa)

Bombenexplosion in Pakistan: Dutzende Menschen sterben

Bei einem Bombenanschlag in der pakistanischen Stadt Hazara, unweit von Quetta, kommen rund 80 Menschen ums Leben. Hunderte weitere werden verletzt. Unter den Opfern sind auch Frauen und Kinder. Die ferngezündete Bombe richtet sich gegen Schiiten.

Bei einem Anschlag auf Schiiten im Südwesten Pakistans sind mindestens 80 Menschen getötet worden. Mehr als 200 weitere Personen seien durch die Explosion einer ferngezündeten Bombe verletzt worden, teilten die pakistanischen Behörden mit. Der Anschlag ereignete sich in der überwiegend von Schiiten bewohnten Stadt Hazara unweit von Quetta, die Behörden fürchteten weitere Tote.

"Die Zahl der Toten könnte noch steigen", sagte ein Polizeioffizier. Der Anschlag habe sich gezielt gegen die schiitische Gemeinde gerichtet. Der Innenminister der Provinz Belutschistan, Akbar Hussain Durrani, sagte, unter den Toten seien auch Frauen und Kinder.

Die Bombe ist an einem Gebäude auf einem Basar platziert gewesen, das durch die Explosion eingestürzt sei. Dabei sind Menschen im Inneren verschüttet worden. In den Krankenhäusern wurde der Notstand erklärt.

Beamten und Augenzeugen zufolge versammelte sich nach dem Attentat eine wütende Menschenmenge rund um den Anschlagsort, die Polizisten, Rettungskräfte und Reporter am Zugang hinderten. "Sie waren wütend und begannen mit einem Protest, einige bewarfen die Polizei mit Steinen", sagte Durrani. Einige Demonstranten seien bewaffnet gewesen und hätten Schüsse in die Luft abgegeben, später hätten sie Polizei und Rettungskräften Zugang gewährt.

Unruheprovinz Belutschistan

Schiiten in der öl- und gasreichen Provinz Belutschistan werden immer wieder Ziel von Anschlägen. Mitte Januar hatte Pakistans Regierungschef Raja Pervez Ashraf die Provinzregierung entlassen, nachdem bei einem Doppelanschlag in Quetta über 90 Menschen getötet worden waren. Familien der Opfer hatten sich damals aus Protest gegen den fehlenden Schutz durch die Regierung tagelang geweigert, ihre Toten zu bestatten und stellten dutzende Särge in der Hauptstraße von Quetta auf.

Der Anschlag vom Januar war der schlimmste in den Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten in Pakistan. Zu der Tat bekannte sich die militante Sunniten-Gruppe Lashkar-e-Jhangvi. In Belutschistan sind zudem islamistische Aufständische aktiv, außerdem gibt es seit 2004 einen regionalen Aufstand. Die Rebellen fordern politische Autonomie und einen größeren Anteil an den Profiten durch die natürlichen Ressourcen der Gegend.

Quelle: n-tv.de

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