Montag, 25. Januar 2010
Störfall im Münsterland: Ermittlungen gegen URENCO
Gegen die Betreiberfirma der Urananreicherungsanlage Gronau, URENCO, ermittelt die Staatsanwaltschaft. Bei einem Atom-Unfall hatte sich ein Arbeiter verletzt. Er war mit radioaktiven Stoffen kontaminiert worden.
An der Sicherheitsschleuse vor der UAA in Gronau.
(Foto: dpa)
Der Atom-Unfall in der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau hat ein juristisches Nachspiel: Nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" ermittelt die Staatsanwaltschaft Münster gegen die Betreiberfirma URENCO. "Der Verdacht lautet auf fahrlässige Körperverletzung und Freisetzen ionisierender Strahlung", sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer. Auf diesen Delikt stünden im Höchstfall zwei Jahre Haft.
Bei einem Zwischenfall in Deutschlands einziger Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau waren am Donnerstag vergangener Woche radioaktive Stoffe freigesetzt worden. Nach dem Vorfall musste ein Mitarbeiter ins Krankenhaus gebracht werden. Der Mitarbeiter erlitt einen Schock und Kontaminationen an Beinen und Füßen.
Messungen ergaben, dass bei dem Zwischenfall etwa ein Sechstel des genehmigten Abgabegrenzwertes pro Woche in die Umgebung abgegeben worden war. "Eine Dosisbelastung der Bevölkerung ist daher nicht anzunehmen", erklärte die Atomaufsichtsbehörde. Die Messwerte der Umgebungsüberwachung hätten keinerlei Auffälligkeiten gezeigt.
AFP
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