Politik

Haderthauers Modellauto-AffäreFahnder weiten offenbar Ermittlungen aus

04.12.2014, 08:01 Uhr
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Haderthauer kostete die Affäre bereits ihren Job. (Foto: imago/HRSchulz)

Hat die CSU-Politkerin Haderthauer auch Steuern hinterzogen? Einem Medienbericht zufolge gehen Fahnder genau diesem Verdacht nach. Haderthauers Mutter könnte ebenfalls in die Modellauto-Affäre verstrickt sein.

Die Modellauto-Affäre in Bayern erreicht womöglich eine neue Dimension. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hat die Staatsanwaltschaft München II die Ermittlungen gegen die frühere Staatskanzleichefin Christine Haderthauer ausgedehnt. Die Ermittler gingen mittlerweile zusätzlich dem Verdacht nach, dass die CSU-Politikerin in den Jahren 2005, 2006 und 2008 Steuern hinterzogen haben könnte. Es gehe demnach um eine Gesamtsumme von etwa 55.000 Euro. Zudem hätten die Fahnder Hinweise darauf, dass die Mutter von Christine Haderthauer womöglich beteiligt war.

Bislang stand der Betrugsvorwurf im Zentrum der Ermittlungen gegen die Abgeordnete. Sie und ihr Mann, der Landgerichtsarzt Hubert, sollen einen früheren Geschäftspartner betrogen haben. Nun stießen die Fahnder auf allerlei fragwürdige Einzahlungen auf das Privatkonto der Eheleute Haderthauer. Die Vorgänge fallen zum Teil auch in die Zeit, als Haderthauer bereits in Bayern Ministerin geworden war.

Für 2005 stießen sie den Angaben zufolge beispielsweise auf drei Schecks mit einer Gesamtsumme von mehr als 17.000 Euro. Das Geld wurde ihren Erkenntnissen nach von Christine Haderthauer auf das Privatkonto der Eheleute eingezahlt. In den Büchern der Firma Sapor Modelltechnik fanden die Fahnder diesen Betrag nicht, obwohl sie davon ausgehen, dass es sich um Erlöse für Modellautos gehandelt hatte, wie es weiter hieß. Fragen werfe auch ein Scheck auf, der 2006 den Ermittlern zufolge auf das Konto der Eheleute eingezahlt wurde. Aussteller soll ein englischer Auktionator gewesen sein. Es geht um umgerechnet etwa 10.000 Euro. Auch diese Zahlung fehlt später offenbar in den Geschäftsunterlagen.

Als die Haderthauers die Firma 2008 verkauften, sollen angeblich keine fertigen Modellautos mehr zum Betriebsvermögen gehört haben. Dies ziehen die Fahnder offen in Zweifel. Sie haben den Verdacht, dass mindestens vier Fahrzeuge der Firma entnommen und durch die Haderthauers privat verkauft worden sind.

Überweisung auf Konto der Mutter

Im Jahr 2009 sollen auf dem Konto von Christine Haderthauers Mutter 40.000 Euro eingegangen sein. Als Verwendungszweck sei eine Bezeichnung für ein Modellauto angegeben worden. Dieses Geld soll in zwei Tranchen an zwei verschiedene Konten der Eheleute Haderthauer weiter überwiesen worden sein. 2011 kam es offenbar zu einer weiteren fragwürdigen Überweisung auf das Konto der Mutter. Wieder soll es sich um Geld für ein Modellauto gehandelt haben, das an die Eheleute weitergereicht wurde.

An diesem Donnerstag kommt im Landtag ein Untersuchungsausschuss, der die Vorgänge aufklären soll, zur ersten Sitzung zusammen. Haderthauer hatte erst in der vergangenen Woche in einem Interview mit einem Ingolstädter Regionalsender behauptet, die gegen sie erhobenen Vorwürfe würden in sich zusammenfallen. Sie habe auch seit Ende 2003 mit den Geschäften nichts mehr zu tun gehabt. Ihr Fall sei von Medien "skandalisiert" worden, die Presse habe mit "Lügen und Verleumdungen" gearbeitet.Haderthauer war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Quelle: ntv.de, ghö

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