Politik
Younow startete in den USA und wurde schnell bekannt. Auch die Zahl deutscher User wächst und wächst. Aber nicht nur Kinder und Jugendliche nutzen den Dienst, auch Pädophile haben Younow für sich entdeckt.
Younow startete in den USA und wurde schnell bekannt. Auch die Zahl deutscher User wächst und wächst. Aber nicht nur Kinder und Jugendliche nutzen den Dienst, auch Pädophile haben Younow für sich entdeckt.(Foto: dpa)

Paradies für Pädophile?: Familienministerium warnt vor Younow

Die Plattform Younow ist eine Art Youtube in Echtzeit. Per Webcam oder Smartphone filmen sich meist Kinder und Jugendliche und übertragen die Aufnahmen live ins Netz. Politik und Jugendschützer schlagen Alarm. Denn auch Pädophile nutzen Younow.

Das Bundesfamilienministerium warnt vor den Gefahren des Livestreamingportals Younow. "Kommunikationsplattformen wie Younow sind hoch problematisch", sagte ein Sprecher des Ministeriums. Das Netzwerk verleite junge Nutzer dazu, Einblicke in deren Privatsphäre zuzulassen - meistens seien die Jugendlichen eindeutig identifizierbar. Sie "erleichtern so Mobbing durch Gleichaltrige und sexuelle Belästigungen durch Erwachsene."

Die Online-Plattform Younow gibt es in den USA seit 2011. Dabei filmen sich die Nutzer und übertragen die Aufnahmen live ins Internet. Besonders bei Jugendlichen und Kindern ist der Dienst beliebt. Jugendschützer hatten das Netzwerk kritisiert, weil einige Jugendliche sorglos zu viel von sich preisgäben.

Zwar erlaubt Younow die Nutzung des Dienstes offiziell erst ab 13 Jahren. Der Anbieter "betreibt jedoch keine Vorsorge, um Kinder und Jugendliche wirkungsvoll vor Übergriffen und Gefährdungen zu schützen", monierte der Sprecher des Familienministeriums. Für Kinder sei der Dienst nicht geeignet.

"Tatsächlich sind zahlreiche Nutzer auf Younow aktiv, die die gesetzte Altersgrenze nicht erreichen", meint der Stuttgarter Anwalt für Internet- und Medienrecht, Carsten Ulbricht. Das Portal hafte nur, wenn es nicht auf einen gemeldeten Verstoß reagiere. "Es gibt also keine Pflicht für Younow, die Inhalte proaktiv zu kontrollieren", sagt Ulbricht. "Dies wäre bei Liveübertragung ohnehin kaum möglich."

Quelle: n-tv.de

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