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Absage an die Große Koalition: Nur 16 Prozent der Deutschen sprechen sich für Schwarz-Rot aus.
Absage an die Große Koalition: Nur 16 Prozent der Deutschen sprechen sich für Schwarz-Rot aus.(Foto: AP)
Donnerstag, 05. Oktober 2017

Deutliche Absage an Schwarz-Rot: Fast jeder vierte Deutsche will Neuwahlen

Rund ein Viertel der Deutschen ist mit dem Wahlergebnis unzufrieden und spricht sich für einen erneuten Urnengang aus. Besonders hoch ist der Wunsch nach Neuwahlen unter Anhängern der AfD - obwohl die Partei aus dem Stand 12,6 Prozent holte.

Rund 25 Prozent der Deutschen sind mit dem Ergebnis der Bundestagswahl so unzufrieden, dass sie neu wählen wollen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor.

Danach ist die Gruppe der Neuwahl-Befürworter deutlich größer als die derjenigen, die sich eine große Koalition aus Union und SPD wünschen (16 Prozent). Für eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen plädieren 38 Prozent. Überraschend ist, dass unter den AfD-Wählern die Neuwahl-Befürworter besonders stark vertreten sind.

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Obwohl die AfD bei der Wahl am 24. September auf Anhieb auf 12,6 Prozent gekommen ist, sprechen sich in der YouGov-Umfrage 62 Prozent ihrer Wähler für einen neuen Urnengang aus. Auch bei der Linken (38 Prozent) und der SPD (32 Prozent) ist der Wunsch nach einer Neuwahl verhältnismäßig hoch. Bei der FDP sind es dagegen nur 17 Prozent, bei den Grünen 14 Prozent.

Von den Wählern der Union sind sogar nur acht Prozent für eine Neuwahl. 55 Prozent befürworten dagegen ein Jamaika-Bündnis, 28 Prozent eine große Koalition, die die SPD allerdings ausgeschlossen hat. Bei Grünen (70 Prozent) und der FDP (62) gibt es eine deutliche Mehrheit für ein Jamaika-Bündnis.

AfD nur vorübergehend erfolgreich

Die Mehrheit der Deutschen rechnet derweil damit, dass die AfD nur vorübergehend im Bundestag vertreten sein wird. In einer weiteren YouGov-Umfrage vertraten 54 Prozent der Befragten die Auffassung, dass sich die AfD nicht dauerhaft im Parlament etablieren kann. Nur 27 Prozent sehen sie dagegen über diese Wahlperiode hinaus als feste Größe im Parlament.

Die AfD hatte bei der Wahl am 24. September 12,6 Prozent der Stimmen erhalten und zieht damit als drittstärkste Kraft in den neuen Bundestag ein. In den vergangenen 60 Jahren haben es neben der AfD nur zwei andere Parteien geschafft, neu in den Bundestag gewählt zu werden: die Grünen 1983 und die Linke 1990 - damals noch als PDS. Beide Parteien haben sich dauerhaft im Parlament etabliert.

Laut YouGov-Umfrage glauben zwar drei von vier AfD-Wählern, dass das auch der von ihnen unterstützten Partei gelingen wird. Allerdings teilt nur etwa jeder fünfte Anhänger von Union (19 Prozent), SPD (18) und Grünen (18) diese Einschätzung. Die Wähler von Linken (28) und FDP (31) trauen der AfD dagegen etwas mehr Stehvermögen zu. YouGov befragte zwischen dem 19. September und 2. Oktober mehr als 2000 Bundesbürger.

Quelle: n-tv.de

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