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Die IS-Miliz nutzt die Not der Flüchtlinge aus und mischt sich unter die Hilfesuchenden.
Die IS-Miliz nutzt die Not der Flüchtlinge aus und mischt sich unter die Hilfesuchenden.(Foto: REUTERS)

IS plant offenbar weitere Anschläge: Flüchtlinge mit Sprengstoff in Türkei gefasst

Nach dem Selbstmordanschlag eines mutmaßlichen IS-Anhängers auf deutsche Touristen in Istanbul warnten Experten vor weiteren Attentaten nach diesem Muster. Jetzt stellt die türkische Armee eine Gruppe von Flüchtlingen, die Sprengstoffwesten bei sich tragen.

Die türkische Armee hat an der Grenze zu Syrien mehrere Kilogramm Sprengstoff sichergestellt. Eine Gruppe von 34 Menschen, unter ihnen 20 Kinder und zehn Frauen, sei in der Grenzstadt Karkamis von türkischen Soldaten gestoppt worden, teilte die Armee mit. Neben vier Sprengstoffwesten seien in zwei Rucksäcken 12 bis 15 Kilogramm Sprengstoff gefunden worden. Laut einem Bericht der Zeitung "Hürriyet" sollten die Rucksäcke offenbar als Hab und Gut von Flüchtlingen ausgegeben und so in die Türkei geschmuggelt werden.

Sicherheitsexperten zufolge versuchen Islamisten immer wieder, von Syrien aus in die Türkei zu gelangen, um dort oder nach ihrer Weiterreise nach Europa in anderen Ländern Anschläge zu verüben.

Vor einem Monat hatte ein aus Syrien in die Türkei eingereister mutmaßlicher Anhänger der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) bei einem Selbstmordanschlag in der Altstadt von Istanbul elf deutsche Touristen getötet. Die türkischen Behörden hatten anschließend vor weiteren Anschläge der IS-Miliz gewarnt.

Ungebrochener Zustrom

Derweil dauert der Flüchtlingszustrom aus der Türkei unvermindert an. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben allein in den ersten sechs Wochen des neuen Jahres über 70.000 Migranten aus der Türkei nach Griechenland übergesetzt. Im Vorjahreszeitraum waren es nicht einmal 4000. Erst am Mittwoch hat die griechische Küstenwache zwei türkische Menschenschmuggler verhaftet, die mit einem Boot 23 Menschen von der Türkei auf die griechische Insel Samos gebracht hatten. Einer der Festgenommenen ist nach Angaben der Polizei erst 15 Jahre alt.

Ein dritter Schleuser wurde vor der kleinen Insel Ro im äußersten Südosten der Ägäis festgenommen. Er soll 63 Migranten von der rund einen Kilometer entfernten türkischen Küste bei Kas nach Ro übergesetzt haben.

Quelle: n-tv.de

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