Politik

Tausende Menschen an einem Tag: Flüchtlingszahl in Griechenland steigt an

Griechenland ist der Verlierer der derzeitigen Lage: Tausende Flüchtlinge kommen täglich in das Land, können aber wegen der Grenzschließungen nicht weiterreisen. Athen will nun weitere Plätze für Migranten schaffen.

Flüchtlingskinder spielen nahe der griechisch-mazedonischen Grenze in einem Feld.
Flüchtlingskinder spielen nahe der griechisch-mazedonischen Grenze in einem Feld.(Foto: AP)

Innerhalb von 24 Stunden sind in Griechenland mehr als 3000 Flüchtlinge zusätzlich registriert worden. Wie der griechische Krisenstab für die Flüchtlingskrise mitteilte, seien jetzt landesweit 36.419 Migranten in Aufnahme- und Registrierlagern untergebracht. Am Vortag waren es noch 33.320 in den gleichen Lagern.

Griechenland will nun bis zum Ende der Woche Unterbringungsmöglichkeiten für 17.400 weitere der im Land festsitzenden Flüchtlinge schaffen. Die  zusätzlichen Plätze sollen an landesweit neun Standorten entstehen, insbesondere in neu hergerichteten Kasernen, wie aus einer aktualisierten Aufstellung der griechischen Behörden hervorgeht. Demnach gibt es derzeit insgesamt 28.450 Plätze zur Unterbringung von Flüchtlingen - 7450 auf den griechischen Inseln und 21.000 auf dem Festland.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR will zudem versuchen, weitere 20.000 Flüchtlinge in Hotels und Wohnungen unterzubringen. Nachdem die Länder entlang der Balkanroute Tagesobergrenzen für die Einreise von Flüchtlingen eingeführt hatten, sitzen in Griechenlands Norden mittlerweile mehr als 13.000 Menschen unter schlechten Bedingungen an der Grenze zu Mazedonien fest. Die griechische Regierung befürchtet, dass die Zahl der festsitzenden Flüchtlinge auf ihrem Territorium auf 100.000 steigen könnte.

700 Millionen Euro Nothilfe

Am Montag suchten die EU-Staaten mit der Türkei bei einem Sondergipfel in Brüssel nach Wegen aus der Flüchtlingskrise - unklar war noch, ob dabei tatsächlich die Balkanroute offiziell für geschlossen erklärt wird. Vergangene Woche hatte die EU-Kommission ein Nothilfe-Paket von 700 Millionen Euro gefordert, das die besonders betroffenen Mitgliedstaaten drei Jahre lang unterstützen soll. Griechenland will davon 480 Millionen Euro für den Bau neuer Flüchtlingsunterkünfte haben.

Aus Regierungskreisen in Athen verlautete, Unterstützungszahlungen der EU ließen zu lange auf sich warten, zugleich wachse der Bedarf weiter. Daher müsse das hoch verschuldete Griechenland "auf Kosten des Staatshaushalts" aktiv werden.

Der griechische Innenminister Panayotis Kouroublis wandte sich derweil im Radiosender RealFM gegen Pläne, dass die EU die Schließung der Balkanroute offiziell anerkennt. "Das wäre eine Entscheidung, die den chauvinistischen und nationalistischen Kräften in Europa Recht geben würde", warnte Kouroublis. Sein Land könne dem "keinesfalls seine Zustimmung geben".

Quelle: n-tv.de

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