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KC-10 der niederländischen Luftwaffe muss jetzt auf dem Flughafen Leipzig/Halle in Schkeuditz (Sachsen) repariert werden.
KC-10 der niederländischen Luftwaffe muss jetzt auf dem Flughafen Leipzig/Halle in Schkeuditz (Sachsen) repariert werden.(Foto: dpa)

Peschmerga müssen warten: Flugzeug kaputt - Waffenlieferung verschoben

Seit Tagen wird über den maroden Zustand der Flugzeuge und Hubschrauber der Bundeswehr berichtet - jetzt trifft es die Niederländer. Wegen eines Defekts an einem Flieger der niederländischen Luftwaffe wird die erste deutsche Waffenlieferung in den Irak verschoben.

Ein Flugzeugdefekt hat die erste deutsche Waffenlieferung in den Irak verzögert. Die Bundeswehr wollte eigentlich am Mittag Waffen und Munition von Leipzig aus nach Bagdad schicken. Das dafür vorgesehene Transportflugzeug der niederländischen Luftwaffe habe jedoch einen Defekt, teilte die Bundeswehr in Leipzig mit. Deswegen verzögerten sich die Beladung der Maschine sowie der für etwa 13.00 Uhr geplante Abflug auf unbestimmte Zeit.

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Die McDonnell Douglas KDC-10 wird jetzt am Flughafen repariert. Die Panzerfäuste, Gewehre und Munition sind für die Peschmerga im nordirakischen Kurdengebiet bestimmt. Insgesamt sollen 10.000 kurdische Kämpfer mit Waffen für 70 Millionen Euro aus Bundeswehrbeständen ausgerüstet werden.

Die Peschmerga hält im Nordirak seit Wochen dem IS-Vormarsch stand, obwohl sie bislang schlechter ausgestattet ist als die Truppen der Extremisten, die zahlreiche Arsenale geplündert und Waffen erbeutet haben. Insgesamt werden 10.000 kurdische Kämpfer mit Waffen für 70 Millionen Euro aus Bundeswehrbeständen ausgerüstet.

Deutsche Transall ebenfalls nicht zuverlässig

Mit nicht einsatzbereiten Militärflugzeugen hat auch die Bundeswehr einige Erfahrungen. Dort spricht man von "technischen Problemen, die die Lufttransportkapazitäten der Bundeswehr erheblich einschränken. Wie aus einem Bericht zur "Materiallage der strukturrelevanten Hauptwaffensysteme" der Bundeswehr hervorgeht, sind 32 der 57 Transportflugzeuge vom Typ Transall C160 nicht einsatzfähig. Drei weitere Maschinen seien nur bedingt einsatzfähig. Der Anteil der voll einsatzfähigen Flugzeuge liegt demnach bei lediglich 43 Prozent. Probleme gebe es auch bei der Ersatzteilbeschaffung für die über 50 Jahre alten Maschinen. "Aufgrund der langen Betriebszeit des Luftfahrzeugs sind viele Ersatzteile nicht mehr verfügbar", heißt es in dem Bericht.

Aktuell spüren die Probleme sechs Waffenausbilder der Bundeswehr, die eigentlich in die Kurdengebiete im Nordirak fliegen sollten. Sie sitzen aufgrund einer Transall-Panne seit Tagen im bulgarischen Burgas fest. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam wies darauf hin, dass die Weiterreise von den irakischen Behörden erst genehmigt werden müsse, doch "diese Einreisegenehmigung liegt derzeit nicht vor".

Die Reise der Ausbilder ins nordirakische Erbil war von ihrem Beginn am vergangenen Freitag an von Pannen begleitet. Weil die eigentlich vorgesehene Transall-Maschine der Bundeswehr defekt war, musste sie zunächst gegen eine und dann noch einmal gegen eine andere Transportmaschine getauscht werden.

Probleme gibt es auch mit den deutschen Marinehubschraubern vom Typ Sea Lynx, die wegen Rissen am Heck für den Flugbetrieb gesperrt wurden. Tatsächlich ist keiner der 22 Helikopter einsatzbereit. Lediglich einer darf seit Ende vergangener Woche wieder fliegen, ist jedoch derzeit nicht für Einsätze zugelassen. Hinzu kommt, dass auch vom anderen Hubschraubertyp der Marine, dem Sea King, derzeit nur drei Maschinen fliegen können.

Quelle: n-tv.de

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