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Brexit-Befürworterin Gisela Stuart wurde 1955 im niederbayerischen Velden geboren.
Brexit-Befürworterin Gisela Stuart wurde 1955 im niederbayerischen Velden geboren.(Foto: picture alliance / dpa)

Gisela Stuart führt Kampagne an: Gebürtige Deutsche kämpft für den Brexit

Sie kommt aus Niederbayern und ist eine brennende Befürworterin eines EU-Austritts Großbritanniens: Gisela Stuart kämpft mittlerweile in England an der Seite von Londons Bürgermeister für den Brexit - und führt nun eine der einflussreichsten Lobbygruppen an.

Eine der wichtigsten Lobbygruppen für einen EU-Austritt Großbritanniens wird künftig von einer aus Deutschland stammenden Politikerin angeführt. Gisela Stuart, Abgeordnete der oppositionellen Labour-Partei, ist neue Vorsitzende der "Initiative Vote Leave" (frei übersetzt: "Stimmt für den Austritt"), wie die Gruppe mitteilte. Stuart löst den früheren Finanzminister von Premierministerin Margaret Thatcher, Nigel Lawson, an der Spitze der parteiübergreifenden EU-Austrittsbewegung ab. Die 60-Jährige wurde im niederbayerischen Velden geboren und besuchte die Realschule im nahen Vilsbiburg, bevor sie zum Studium nach Großbritannien ging.

Stuart erklärte, sie sei "hocherfreut", die Kampagne anzuführen, mit der Großbritannien "die Kontrolle" über das eigene Land zurückgegeben werden solle. "Wenn wir für den Austritt stimmen, werden wir unser Geld wieder für unsere eigenen Prioritäten ausgeben können", fügte Stuart hinzu. Als Beispiel nannte sie den staatlichen Gesundheitsdienst NHS.

Londons Bürgermeister an der Seite von Stuart

Weitere wichtige Posten bei Vote Leave übernehmen Londons Bürgermeister Boris Johnson und Justizminister Michael Gove, die beide der konservativen Regierungspartei angehören. Während Gove und andere Kabinettsmitglieder zu den Brexit-Befürwortern gehören, wirbt Premierminister David Cameron für einen Verbleib in der EU.

Auch der frühere Handelskammerchef John Longworth, dessen Rücktritt vergangene Woche für Wirbel gesorgt hatte, engagiert sich bei Vote Leave. Er war vor seinem Rücktritt suspendiert worden, nachdem er sich öffentlich für einen EU-Austritt ausgesprochen hatte. Camerons Regierung bestritt jedoch jede Einmischung.

Um einen Austritt zu verhindern, hatten die EU-Partner der britischen Regierung ein Mitspracherecht bei für London relevanten Entscheidungen der Eurozone zu. Großbritannien wurde zudem die Möglichkeit zugestanden, neu zugezogenen EU-Ausländern bis zu vier Jahre lang Sozialleistungen zu verwehren. In Umfragen liegen die EU-Befürworter derzeit knapp in Führung.

Quelle: n-tv.de

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