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Laut US-Geheimdiensten schleust der IS Kämpfer als Flüchtlinge getarnt nach Europa ein.
Laut US-Geheimdiensten schleust der IS Kämpfer als Flüchtlinge getarnt nach Europa ein.(Foto: picture alliance / dpa)

"Geschickte" Pass-Fälschungen: Geheimdienste: IS nutzt Flüchtlingsstrom

"Ziemlich geschickt" sei der IS bei der Fälschung von Pässen und würde gezielt ausgebildete Kämpfer durch den Flüchtlingsstrom nach Europa einschleusen, warnt ein US-Geheimdienstkoordinator. Auch für die USA nennt er Gefahren.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat schleust nach Angaben von US-Geheimdienstkoordinator James Clapper als Flüchtlinge getarnte Kämpfer nach Europa ein. Clapper sagte bei einer Anhörung im US-Senat, dass die IS-Miliz "den Flüchtlingsstrom ausnutzt". Außerdem seien die Dschihadisten "ziemlich geschickt" bei der Herstellung falscher Pässe, mit denen sie ihre Kämpfer ausstatten würden.

Die größte Gefahr in den Vereinigten Staaten ist laut Clapper, dass sich Menschen durch die IS-Propaganda im Internet radikalisieren und Anschläge verüben. Als Beispiel nannte er die Attacke Anfang Dezember im kalifornischen San Bernardino, als ein pakistanischstämmiger US-Bürger zusammen mit seiner pakistanischen Ehefrau die Weihnachtsfeier seines Arbeitgebers gestürmt und 14 Menschen getötet hatte.

"Fähigkeit, zu Anschlägen zu inspirieren"

Der IS sei "die vordringliche Terrorbedrohung", sagte Clapper. Neben dem in Syrien und im Irak ausgerufenen Kalifat schlage die Organisation auch in anderen Ländern Wurzeln, insbesondere in Libyen. Der US-Geheimdienstkoordinator zeigte sich besorgt über die "wachsende Fähigkeit, Anschläge gegen eine große Reihe von Zielen rund um die Welt auszuführen und zu inspirieren".

Die USA fliegen an der Spitze einer internationalen Koalition Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und im Irak. Die Dschihadisten kontrollieren weite Teile beider Länder und haben für das Gebiet ein Kalifat, einen islamischen Gottesstaat, ausgerufen.

Für den Kampf am Boden setzt Washington auf verbündete syrische Rebellen, kurdische Verbände und die irakische Armee, die mit Waffenlieferungen und Militärausbildern unterstützt werden. Auch US-Spezialkräfte sind im Einsatz, einen groß angelegten Einsatz von Bodentruppen lehnt US-Präsident Barack Obama aber ab.

Quelle: n-tv.de

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