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Keith Alexander vor dem US-Kongress: Die Berichte sind "vollkommen falsch".
Keith Alexander vor dem US-Kongress: Die Berichte sind "vollkommen falsch".(Foto: REUTERS)

"Sie belügen das amerikanische Volk": Greenwald kontert Alexander

NSA-Chef Keith Alexander sagt, die Berichte über die millionenfache Ausspähung in europäischen Ländern seien "vollkommen falsch". Der Journalist Glenn Greenwald, der Zugriff auf zahlreiche Snowden-Dokumente hat, nennt Alexander im Gegenzug einen Lügner.

Greenwald äußerte sich in der Sendung von Christiane Amanpour.
Greenwald äußerte sich in der Sendung von Christiane Amanpour.

Der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald hat die Vorwürfe von NSA-Chef Keith Alexander scharf zurückgewiesen. Alexander habe für seine Behauptungen keinerlei Beweise vorgelegt, sagte Greenwald im Interview bei CNN.

Alexander hatte am Dienstag bei einer Anhörung vor dem US-Kongress in Washington gesagt, die Vorwürfe der spanischen Zeitung "El Mundo", der französischen Zeitung "Le Monde" und der italienischen Zeitung "L'Espresso" seien "vollkommen falsch". Vielmehr hätten europäische Geheimdienste diese Daten gesammelt und dann mit der NSA geteilt. Die Zeitungen hatten über millionenfaches Ausspähen der Bürger ihrer Länder durch die NSA berichtet.

Die Berichte basierten auf Screenshots einer Präsentation über ein Internet-Werkzeug, das für die Verwaltung von Daten eingesetzt werde, so Alexander weiter. Weder die Journalisten der drei Zeitungen "noch die Person, die die geheimen Daten gestohlen hat", hätten verstanden was sie da anschauten.

"Sie lügen regelmäßig"

Greenwald sagte dazu, die NSA sei "eine stark angeschlagene Institution, die die sich inmitten eines heftigen Skandals befindet - sowohl innerhalb der USA als auch international". Es handele sich um eine Behörde, "in der die leitenden Beamten regelmäßig den Kongress und über die Medien auch das amerikanische Volk belügen". Greenwald schloss Alexander in diesen Vorwurf ausdrücklich ein.

"Diese Berichte gibt es seit Monaten", sagte Greenwald im Gespräch mit CNN-Chefkorrespondentin Christiane Amanpour, "auch in Deutschland und Brasilien. Sie haben nie geleugnet, dass die Berichte korrekt sind. Auf einmal stellen sie mitten in diesem Skandal diese Behauptung auf. Ich denke, da ist ein wenig Skepsis angebracht."

Greenwald machte deutlich, dass er Alexanders Behauptung für erfunden hält. "Wir berichten über diese Geschichten seit fünf Monaten in Dutzenden und Dutzenden und Dutzenden von Artikeln in Ländern rund um die Welt. Nicht ein einziger unserer Artikel brachte auch nur eine geringfügige Korrektur hervor, ganz zu schweigen von einer wichtigen, weil wir so akribisch waren."

Quelle: n-tv.de

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