Politik
"Flüchtlinge sind in der EU willkommen", heißt es sinngemäß auf dem Asphalt vor der Polizeiabsperrung.
"Flüchtlinge sind in der EU willkommen", heißt es sinngemäß auf dem Asphalt vor der Polizeiabsperrung.(Foto: imago/ZUMA Press)
Sonntag, 03. April 2016

Auseinandersetzung am Brenner: Hunderte protestieren gegen EU-Asylpolitik

Am Grenzübergang Brenner in den Alpen versammeln sich Demonstranten, um gegen die Asyl- und Flüchtlingspolitik der EU zu protestieren. Bei dem Versuch eine Absperrung zu durchbrechen, kommt es zu Rangeleien. Die Polizei setzt Pfefferspray ein.

Bei Protesten an der österreichisch-italienischen Grenze gegen Grenzschließungen in Europa ist es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Mehrere hundert Demonstranten - rund 500 laut Polizei und 1000 nach Angaben der Organisatoren - versammelten sich am Brenner-Übergang, um gegen eine restriktive EU-Asyl- und Flüchtlingspolitik zu protestieren.

Gerangel beim symbolischen Grenzdurchbruch: Mehrere Beamte werden verletzt.
Gerangel beim symbolischen Grenzdurchbruch: Mehrere Beamte werden verletzt.(Foto: imago/ZUMA Press)

Laut österreichischer Polizei setzten die Beamten Pfefferspray ein, als Demonstranten versuchten, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Die Beamten seien mit Steinen und Flaschen beworfen worden. Vereinzelt sei es zu Rangeleien gekommen. Zwei Polizisten wurden demnach leicht verletzt. Die Tiroler Behörden sprachen dagegen von fünf verletzten Beamten.

Militär an der Grenze

Österreich will sich am Brenner mit Soldaten gegen Flüchtlinge abschotten. Wien nennt als Grund für die geplante Maßnahme die Vermutung, dass Flüchtlinge infolge des EU-Abkommens mit der Türkei zunehmend Ausweichrouten suchen werden.

Es müsse auch "im vitalen Interesse Deutschlands" sein, dass der Außengrenzschutz funktioniere, heißt es dazu aus Österreich. Das Militär könne beim Grenzschutz unterstützen, aber auch bei der Registrierung, im humanitären Bereich oder bei Rückführungen.

EU-Türkei-Pakt tritt in Kraft

Dem EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei zufolge sollen ab Montag Flüchtlinge aus Griechenland in die Türkei abgeschoben werden. Zum Abkommen mit Ankara gehört auch, dass die EU für jeden zurückgeschickten Syrer einen anderen Syrer aus der Türkei auf legalem Wege aufnimmt.

Österreich hatte zuletzt sein Asylrecht deutlich verschärft. "Wir erwarten eine starke Nutzung der zentralen Mittelmeerroute in den kommenden Wochen", erklärte der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil zur Begründung.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen