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Immer wieder finden Ermittler im Irak Massengräber mit den sterblichen Überresten der vom IS ermordeten Menschen.
Immer wieder finden Ermittler im Irak Massengräber mit den sterblichen Überresten der vom IS ermordeten Menschen.(Foto: Reuters)

Leichen mit Einschnitten gefunden: IS handelt angeblich mit Organen

Die Terrormiliz Islamischer Staat erschließt sich immer neue Einkommensquellen. Dem irakischen UN-Botschafter zufolge gibt es jetzt Hinweise darauf, dass die Dschihadisten die Körper ihrer Opfer ausschlachten, bevor sie sie ermorden.

Iraks Botschafter bei den Vereinten Nationen hat Vermutungen geäußert, dass die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in seinem Land mit Organen handelt. Darüber berichten US-Medien. In Massengräbern gefundene Leichen weisen Muhammad al-Hakim zufolge typische Operationswunden auf. Der Botschafter forderte den UN-Sicherheitsrat auf, eine Untersuchung einzuleiten. "Wir haben Körper (gefunden). Kommen Sie und untersuchen Sie sie", sagte Al-Hakim bei einer Sitzung des Gremiums. "Es ist offensichtlich, dass ihnen Teile fehlen."

Die Körper der mutmaßlich vom IS ermordeten Menschen weisen dem Iraker zufolge Einschnitte auf, wie sie bei der Entnahme von Organen üblich sind. Es sei bereits festgestellt worden, dass teilweise Nieren fehlten oder andere Körperteile. Al-Hakim stützte die Organhandel-Theorie mit Berichten über Morde an Ärzten in Mossul. Diese hätten sich demnach geweigert, die Operationen für die Organentnahme durchzuführen.

Auf der Sitzung des UN-Sicherheitsrats sollte es ursprünglich um die allgemeine Situation im Irak gehen. Der Botschafter nutzte die Gelegenheit, um auf den jüngsten Verdacht aufmerksam zu machen. Al-Hakim beschuldigte den IS auch des Völkermords in seinem Land. Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für den Irak, Nikolai Mladenow, bestätigte, dass die Terrorgruppe ihre Methoden Tag für Tag ausbaue. Mladenow zufolge sind allein im Januar 790 Menschen bei Terroranschlägen und Kriegshandlungen getötet worden.

Quelle: n-tv.de

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