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IS-Kämpfer in Mossul.
IS-Kämpfer in Mossul.(Foto: REUTERS)

95 Tote in Extremistenhochburg : IS sprengt Nonnenkloster in die Luft

Die Gräueltaten des IS nehmen kein Ende. Im zweiten Versuch zerstören die Terroristen das Frauenkloster Al-Nasir. Indes tötet die syrische Luftwaffe in Rakka, der inoffiziellen Hauptstadt des IS, fast 100 Menschen. Menschenrechtler sprechen von einem "Massaker".

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in der nordirakischen Stadt Mossul ein Nonnenkloster in die Luft gesprengt. Das Frauenkloster Al-Nasir sei bereits Anfang der Woche vollständig zerstört worden, sagte ein Priester der chaldäisch-katholischen Kirche. Nach Angaben der Assyrian International News Agency (Aina) war ein erster Sprengversuch erfolglos geblieben. Erst ein zweiter Sprengsatz habe massiven Schaden verursacht, hieß es. Eine chaldäische Internetseite verbreitete im Internet ein Video, das die Explosion zeigen soll. Die Nonnen waren bereits im Juni geflohen, als der IS Mossul überrannte.

Die Extremisten gehen in den Gebieten unter ihrer Kontrolle immer wieder mit brutaler Gewalt gegen Andersgläubige vor. Laut Aina war das Kloster einst mit einer Zuwendung von Iraks früherem Langzeitherrschers Saddam Hussein gebaut worden.

Syrische Kampfjets töten 95 Menschen

Bei einem der schwersten Angriffe der syrischen Luftwaffe auf die Extremistenhochburg Al-Rakka sind zudem mindestens 95 Menschen ums Leben gekommen. Die Bomben hätten in der von der Terrormiliz Islamischer kontrollierten Stadt weitere 120 Menschen verletzt, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Der Nachrichtenkanal Al-Arabija berichtete sogar von 170 Toten, die meisten von ihnen Zivilisten. Syrische Flugzeuge hätten mindestens zehn Angriffe auf Al-Rakka im Nordosten des Landes geflogen, erklärte die Beobachtungsstelle. Demnach bombardierte die Luftwaffe ein Industriegebiet, einen Markt und eine Moschee. Unter den Toten seien auch drei Kinder. Die Menschenrechtler warfen dem Regime in Damaskus ein "Massaker" vor.

Im benachbarten Nordirak wehrten kurdische Peschmerga-Kämpfe einen IS-Angriff auf den strategisch wichtigen Mossul-Staudamm und den Ort Sumar ab. Dabei seien sie von Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten unterstützt worden, erklärte ein kurdischer Offizieller. Mindestens 30 Extremisten kamen demnach ums Leben. Der Mossul-Staudamm ist die größte Talsperre des Landes. IS-Kämpfer hatten ihn bereits Anfang August unter Kontrolle gebracht, rund zwei Wochen später jedoch wieder an die Peschmerga-Kämpfer verloren.

Quelle: n-tv.de

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