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Ausstellung mit Mohammed-Bildern: IS steckt offenbar hinter Anschlag in Texas

Sie fahren mit dem Auto vor und eröffnen das Feuer: Zwei Männer greifen eine islamkritische Ausstellung in den USA an. Bei einem Feuergefecht wird ein Polizist verletzt, die beiden Angreifer getötet. Es gibt erste Hinweise, dass der IS hinter dem Anschlag steckt.

Zwei Unbekannte haben am Rande einer anti-islamischen Veranstaltung in Texas das Feuer eröffnet. Sie wurden von Polizisten erschossen, wie US-Medien unter Berufung auf Behördenangaben berichteten. Demnach untersuchten Bombenexperten noch das Fahrzeug der beiden Angreifer. Es bestand der Verdacht, dass der Wagen Sprengstoff enthalten könnte. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt.

Die Namen der Angreifer gab die Polizei bisher nicht bekannt. Wie das auf die Auswertung islamistischer Internetportale spezialisierte US-Unternehmen Site mitteilte, verkündete ein Kämpfer der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS), der Anschlag sei von zwei IS-Sympathisanten verübt worden. "Zwei unserer Brüder" hätten das Feuer auf die Karikaturenausstellung in Texas eröffnet, schrieb Abu Hassain al-Britani, bei dem es sich laut Site um den Briten Junaid Hussain handelt, bei Twitter.

Die beiden Angreifer werden bei einem Feuergefecht getötet.
Die beiden Angreifer werden bei einem Feuergefecht getötet.(Foto: REUTERS)

Den Berichten zufolge ereignete sich der Vorfall vor einem Gebäude in Garland, in dem eine umstrittene Ausstellung von Mohammed-Karikaturen gezeigt wurde. Wie die Stadtverwaltung über Facebook mitteilte, waren zwei Männer mit einem Auto zum Curtis Culwell Center gefahren, wo die Veranstaltung stattfand. Dort hätten sie das Feuer auf einen städtischen Sicherheitsbeamten eröffnet. Seine Verletzung sei nicht lebensgefährlich. Zunächst hatten örtliche Medien berichtet, bei dem Angriff sei ein Polizeibeamter am Bein verletzt worden.

"Krieg gegen freie Meinungsäußerung"

Die Veranstaltung war von der Amerikanischen Initiative zur Verteidigung der Freiheit (AFDI) organisiert worden. Die AFDI gilt als extrem rechts und anti-islamisch. Die Mitbegründerin der Initiative, Pamela Geller, schrieb bei Twitter: "Polizist angeschossen - zwei Verdächtige tot, warten auf Bombenexperten wegen möglicher Sprengsätze bei unserer Veranstaltung für Redefreiheit".

Auf ihrer Website verurteilte Geller die Schüsse als "Krieg gegen freie Meinungsäußerung". "Werden wir uns diesen Monstern ergeben?" Die AFDI hatte 10.000 Dollar als Preis bei dem Karikaturenwettbewerb ausgelobt. An der Veranstaltung hatte auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders teilgenommen. In einer Twitter-Mitteilung berichtete er über die Schüsse in dem Konferenzzentrum. "Ich habe gerade das Gebäude verlassen, nachdem ich gesprochen habe", schrieb er weiter.

Der Anschlag ähnelt dem Attentat auf eine Veranstaltung mit einem Mohammed-Karikaturisten in Kopenhagen im Februar, bei dem ein 22-Jähriger Muslim zwei Menschen erschossen hatte. Wenige Wochen zuvor hatten Islamisten Anfang Januar in Paris bei Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo", die Mohammed-Karikaturen abgedruckt hatte, und einen jüdischen Supermarkt 17 Menschen getötet. Für viele Muslime sind bildliche Darstellungen des Propheten als Gotteslästerung verboten.

Quelle: n-tv.de

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