Politik

Romneys Vision für Amerika: "Ich biete echten Wandel an"

Ein Gastbeitrag von Mitt Romney

Wir haben gesehen, wie Stillstand und kleinliche Streitereien dominierten, während die wichtigsten Themen, wie chronisch hohe Arbeitslosigkeit, nicht angegangen wurden. Das Gezänk muss aufhören. Ich werde es beenden. Ich werde meine Hand über Parteigrenzen hinweg ausstrecken, um Amerikas Probleme zu lösen.

Mitt Romney verspricht "echten Wandel".
Mitt Romney verspricht "echten Wandel".(Foto: dpa)

"Am 2. Juni 2011 begann ich meinen Weg zur Präsidentschaft auf der Farm von Doug und Stella Scamman in Stratham, New Hampshire. Ich sagte damals, dass die USA ein Land der Freiheit und der Möglichkeiten seien. Ich sprach von der harten Arbeit der Millionen Amerikaner, die unser ungewöhnliches Experiment der Selbstverwaltung aufgebaut haben. Aus der Wildnis haben sie ein Land von großem Wohlstand und unendlichem Potenzial gemacht. Ich sagte damals: 'Ich glaube an Amerika.'

(Lesen Sie hier Obamas Vision für Amerika.)

Seit einem Jahr trage ich diese Botschaft nun durch Amerika. Jetzt, kurz vor dem Wahltag, ist ein guter Augenblick, darüber nachzudenken, was es bedeutet, an Amerika zu glauben.

Amerika ist ein Ort, an dem die Freiheit ruft. Es ist ein Ort, wo wir unsere Unterschiede besprechen können, ohne Angst vor Konsequenzen haben zu müssen, die über Kritik hinausgehen. Wo wir jedem Glauben und jeder Religion anhängen können, wo wir unseren Träumen folgen können, egal wie klein oder groß sie auch sind. Es ist ein Ort, der die Freiheit nicht nur in Ehren hält, sondern auch bereit ist, sie zu verteidigen. Dies sind die Merkmale, die uns definieren.

Amerika ist ein Land der Möglichkeiten. Zuletzt jedoch haben die Möglichkeiten bei zu vielen Amerikanern nicht gerade an die Tür geklopft. Wir stecken in einem ökonomischen Abschwung, der Millionen unserer Mitbürger arbeitslos gemacht hat. Die Folgen kann man überall sehen: zerstörte Träume, zerrissene Leben, aufgeschobene Pläne und verdunkelte Hoffnungen.

So war es nicht immer. So muss es sicher auch nicht in der Zukunft sein. Wir sitzen alle im selben Boot. Und zusammen können wir auch aus diesen Problemen herauskommen.

Zusammen mit Paul Ryan (dem Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten) habe ich einen Plan für eine wirtschaftliche Erholung vorgelegt, der aus fünf zentralen Elementen besteht, die für zwölf Millionen Jobs in vier Jahren sorgen werden.

- Wir werden mehr Energie produzieren, da wir sie brauchen um unsere Häuser zu heizen, unsere Autos zu tanken und unsere Wirtschaft wachsen zu lassen. Wir werden den Krieg von Präsident Obama gegen die Kohle beenden, seine Abneigung gegen Öl und sein Bemühen, Erdgas abzuwürgen durch eine Regulierung der Technologien, mit denen es gefördert wird (gemeint ist Fracking). Wir werden Atomkraft und erneuerbare Energien unterstützen, aber Subventionen auslaufen lassen, wenn eine Industrie auf eigenen Füßen steht. Wir werden in energetische Wissenschaft und Forschung investieren, um Entdeckungen zu machen, die die Welt unserer Energien verändern können. Bis 2020 werden wir Energieunabhängigkeit für Nordamerika erreicht haben.

- Wir werden unsere Erwerbsbevölkerung für die Jobs von morgen umschulen und sicherstellen, dass jedes Kind eine gute Ausbildung bekommt, egal wo es lebt - und das schließt die Innenstädte ein. Eltern und Schüler, nicht Bürokraten und Gewerkschaftler, müssen eine größere Wahlmöglichkeit haben. Unser derzeitiges Umschulungsprogramm für Arbeiter ist ein Labyrinth von Bundesprogrammen, das sich über 47 Programme und 9 Agenturen erstreckt. Wir werden diese Redundanz beseitigen und die 50 Bundesstaaten und die Privatwirtschaft ermächtigen, eigene, effiziente Programme zu entwickeln.

- Wir werden dafür sorgen, dass der Handel Amerika nutzt. Wir werden der amerikanischen Landwirtschaft, amerikanischen Produkten und Dienstleistungen weitere Märkte öffnen. Und wir werden jede Nation zur Verantwortung ziehen, die sich nicht an die Spielregeln hält. Ich werde für die Rechte und Interessen der amerikanischen Arbeiter und Arbeitgeber einstehen.

- Wir werden fiskalpolitische Vernunft in Washington wiederherstellen, indem wir die Ausgaben- und Verschuldungsorgie beenden, die in nur vier Jahren mehr öffentliche Schulden angehäuft hat als fast alle bisherigen Regierungen zusammen. Wir werden Amerika zurück auf den Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt bringen, indem wir unnötige Programme beseitigen, indem wir Programme zurück an die Bundesstaaten geben, wo sie mit weniger Missbrauch und geringeren Kosten verwaltet werden können, und indem wir die Washingtoner Bürokratie verkleinern.

- Wir werden uns für kleine Unternehmen einsetzen. Sie bilden den großen Job-Motor unseres Landes. Dazu werden wir eine Steuerreform durchsetzen und Regulierungen, die Wirtschaftswachstum abwürgen, auf den neuesten Stand bringen.

Nichts ist leicht in Washington, aber diese Ziele wurzeln in überparteilichen Vereinbarungen, und um sie zu erreichen, werde ich mit Mitgliedern beider Parteien zusammenarbeiten. Als Gouverneur eines mehrheitlich demokratischen Bundesstaates (Massachusetts) war ich immer bereit, die Hand über Parteigrenzen hinweg auszustrecken, und ich kann mit Stolz auf die Ergebnisse meiner Arbeit verweisen. Ich habe gelernt, dass wir Wunder bewirken können, wenn wir zusammenkommen, um Probleme im Geiste der Praxis zu lösen.

Daher biete ich einen Gegensatz zu dem, was wir derzeit in Washington sehen. Wir haben zugesehen, wie eine Partei ihre Agenda durchgedrückt hat, ohne Kompromisse mit der anderen Partei zu schließen. Wir haben gesehen, wie Stillstand und kleinliche Streitereien dominierten, während die wichtigsten Themen, wie chronisch hohe Arbeitslosigkeit, nicht angegangen wurden. Das Gezänk muss aufhören. Ich werde es beenden. Ich werde meine Hand über Parteigrenzen hinweg ausstrecken, um Amerikas Probleme zu lösen.

Unsere Wirtschaftskrise bedroht nicht nur das Wohlergehen unserer Bürger, sie hat große Konsequenzen auch in anderen Bereichen. Erschreckenderweise hat die wirtschaftliche Schwäche der vergangenen Jahre für eine Schwäche unserer außenpolitischen Stellung gesorgt. Ausufernde Staatsausgaben führten dazu, dass der Präsident vorschlägt, den Verteidigungsetat um hunderte Milliarden Dollar zu kürzen - Kürzungen, von denen sein eigener Verteidigungsminister sagt, sie würden unsere nationale Sicherheit 'vernichten'.

Die wichtigste Aufgabe für jeden Präsidenten ist in der Präambel unserer Verfassung beschrieben - für die gemeinsame Verteidigung zu sorgen. Als Oberbefehlshaber werde ich die tiefen und willkürlichen Kürzungen bei unserem Militär rückgängig machen. Unseren Soldaten sollten niemals die Werkzeuge vorenthalten werden, die sie brauchen, um ihre Mission zu vollenden und sicher nach Hause zu kommen. Ich habe immer daran geglaubt, dass der erste Zweck einer starken Armee ist, Krieg zu verhindern. Die Verhinderung von Krieg ist von hohem nationalem Interesse. Ich werde sicherstellen, dass unsere Armee so stark ist, dass kein Gegner es wagt, uns herauszufordern.

Erinnern wir uns an unsere Geschichte. Wir haben so viel erreicht, sowohl in der Welt als auch zuhause. Wir haben Tyranneien niedergerungen. Wir haben hunderte Millionen aus der Armut emporgehoben. Wir haben unsere eigene Gesellschaft zu einer perfekteren Union gemacht ('A More Perfect Union' ist ein Satz aus der Präambel der US-Verfassung, gleichzeitig der Titel einer bekannten Obama-Rede aus dem Jahr 2008). Wir haben ein Land der Freiheit und des Wohlstands geschaffen. Die Probleme, die wir jetzt überwinden müssen, sind nicht größer als wir es sind. Wir können sie niederringen. Ich biete echten Wandel und eine echte Wahl an."

Übersetzung: Hubertus Volmer

Hier der Link zum Original bei CNN.

Quelle: n-tv.de

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