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Ganz Istanbul ist geschockt: Ein Mann legt Blumen am Anschlagsort nieder.
Ganz Istanbul ist geschockt: Ein Mann legt Blumen am Anschlagsort nieder.(Foto: REUTERS)

Terror in Istanbul: Identität der meisten Todesopfer geklärt

Mitten in einer deutschen Reisegruppe sprengt sich ein mutmaßlicher IS-Selbstmordattentäter in Istanbul in die Luft. Die Bundesregierung zeigt sich erschüttert, Innenminister de Maizière reist in die Türkei. Inzwischen ist auch bekannt, wer die deutschen Opfer waren.

Nach dem Terroranschlag mit mehreren deutschen Todesopfern in Istanbul reist Bundesinnenminister Thomas de Maizière in die Türkei. Der Minister wolle in Istanbul seinen türkischen Kollegen Efkan Ala treffen und sich ein Bild von der Lage machen, sagte eine Sprecherin des Innenressorts. Hinweise, dass sich der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet hatte, gibt es offenbar noch nicht.

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Der 1988 geborene Attentäter hatte sich am Dienstagvormittag mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee im historischen Zentrum Istanbuls in die Luft gesprengt. Dabei wurden mindestens acht Deutsche getötet und neun weitere zum Teil schwer verletzt. Insgesamt starben neben dem Angreifer zehn Menschen, 15 weitere wurden teils schwer verletzt. Zwei Leichen waren bis Dienstagabend noch nicht identifiziert.

Attentäter war Syrer

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte den Anschlag als "mörderischen Akt": "Die Terroristen sind Feinde aller freien Menschen, ja, sie sind Feinde aller Menschlichkeit", sagte sie. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von "Stunden der Trauer, der Wut und des Entsetzens". UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, es handele sich um ein "verachtenswertes Verbrechen". Die USA betonten, sie stünden weiter fest an der Seite der Türkei. "Dieser abscheuliche Angriff in Istanbuls historischem Herzen hat Türken und ausländische Touristen gleichermaßen getroffen", erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates. Frankreichs Präsident François Hollande sprach von einem "abscheulichen Terroranschlag". Auch Saudi-Arabien und Ägypten verurteilten die Tat.

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Über den Selbstmordattentäter wurde inzwischen bekannt, dass er zwar in Saudi-Arabien geboren wurde, aber syrischer Staatsbürger war. Die arabische Tageszeitung "Al-Hayat" zitierte einen Sprecher des saudischen Innenministeriums, wonach der Mann namens Nabil Fadli 1996 im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Syrien gezogen sei.

Opfer kamen aus Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Berlin

Unter den Todesopfern sind drei Rheinland-Pfälzer. Dies teilten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz mit. Es handelt sich nach Angaben der Mainzer Polizei um ein Ehepaar aus Mainz sowie einen Mann aus Bad Kreuznach. Dessen Frau sei schwer verletzt worden. "Unsere Gedanken sind jetzt bei den Angehörigen der Opfer. Wir verurteilen diesen abscheulichen Terroranschlag auf das Schärfste", erklärte Dreyer. Ein weiteres Todesopfer ist nach Angaben der hessischen Staatskanzlei ein 67 Jahre alter Mann aus Nordhessen. Seine Ehefrau sei verletzt worden.

Die Potsdamer Landesregierung teilte mit, dass ein Ehepaar aus Brandenburg unter den Opfern sei. Zwei 71 und 73 Jahre alte Eheleute aus Falkensee bei Berlin seien umgekommen, sagte ein Regierungssprecher. Ministerpräsident Dietmar Woidke zeigte sich zutiefst erschüttert von ihrem Tod. "Hier wurden Unschuldige Opfer sinnlosen Terrors", sagte Woidke. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" soll unter den Todesopfern auch ein Urlauber aus Berlin sein. Zudem seien eine Frau aus Berlin schwer, ein weiterer Mann aus Berlin leicht verletzt worden, schreibt das Blatt.

Die deutschen Opfer waren nach Angaben des Reiseveranstalters Lebenslust Touristik auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise und kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Insgesamt zählte die Reisegruppe 33 Mitglieder, wie der Sprecher des Reiseunternehmens sagte. Ein Teil dieser Reisenden habe an einem Gruppenbesuch der Wahrzeichen Istanbuls teilgenommen. Auf dieser Tour lag auch der Anschlagsort in der Nähe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Andere Urlauber hätten ein individuelles Programm absolviert. Die Drei-Länderreise umfasse Istanbul, Dubai und Abu Dhabi. In der türkischen Metropole seien die Urlauber am Montag angekommen. Die Weiterreise nach Dubai sei für den Mittwoch geplant gewesen.

Quelle: n-tv.de

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