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Brennendes Öl aus den Lagertanks bei As Sidr (Archivbild): Der Angriff auf die Ölindustrie gefährdet die wirtschaftliche Zukunft Libyens.
Brennendes Öl aus den Lagertanks bei As Sidr (Archivbild): Der Angriff auf die Ölindustrie gefährdet die wirtschaftliche Zukunft Libyens.(Foto: picture alliance / dpa)

Bewaffnete Attacke in Libyen: Islamisten greifen Ölhafen an

Vor den Toren Europas tobt ein brutaler Kampf um Macht und Einfluss: An der libyschen Mittelmeerküste kann das Militär offenbar nur mit Mühe einen Angriff der IS-Milizen abwehren. Der Überfall zeigt: Die Islamisten sind dort stark wie nie.

Anhänger der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) haben Militärangaben zufolge eine der größten Einrichtungen der libyschen Erdölindustrie angegriffen. Die Attacke konnte offenbar nur durch Unterstützung aus der Luft abgewehrt werden. Die Luftwaffe der international anerkannten Regierung in Tobruk habe den Vorstoß der islamistischen Kämpfer nahe des Hafens As Sidr zu Wochenbeginn vereitelt, sagte ein Militärsprecher.

Bei As Sidr (auch: Es Sider oder Al-Sidra) liegt das größte Rohöllager Libyens. Der Verladehafen von Ras Lanuf ist in der Luftlinie nur rund 20 Kilometer entfernt. Nach Angaben einer Einheit zum Schutz der libyschen Ölindustrie seien bei den Gefechten nahe des Hafens von As Sidr zwei Wachmänner und zehn Dschihadisten getötet worden. Wie viele Angreifer an der Attacke beteiligt waren, blieb unklar.

Der IS-Ableger in Libyen beherrscht einen Landstreifen am Mittelmeer rund um die Stadt Sirte. Nahe dieses Gebietes liegen auch die reichen Erdölvorkommen des Bürgerkriegslandes, vor allem aber erreichen hier wichtige Pipelines die Küste, über die das im Landesinneren geförderte Rohöl zu den Raffinerien und Verladeterminals für den Export transportiert wird. Das Rohöllager bei As Sidr stand bereits mehrfach im Zentrum heftiger Kampfhandlungen. Im Dezember 2014 gingen dabei mehrere der riesigen Lagertanks in Flammen auf.

Der wachsende Einfluss der Dschihadisten in der Region hatte zuletzt auch im Ausland Besorgnis ausgelöst. Die zwei rivalisierenden Regierungen in Libyen hatten im Dezember einen UN-Friedensplan für das Land unterzeichnet. Er sieht die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit vor.

Quelle: n-tv.de

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