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UN-Soldaten beobachten die syrische Seite der Golan-Höhen.
UN-Soldaten beobachten die syrische Seite der Golan-Höhen.(Foto: AP)

Zwischenfall über Golan-Höhen: Israel schießt syrischen Kampfjet ab

Während die USA mit Billigung der syrischen Regierung Stellungen der IS in Syrien bombardieren, dringt die syrische Luftwaffe in Israel ein. Die Syrer kämpfen an der Grenze zum Golan gegen syrische Aufständische. Eine Boden-Luft-Rakete holt die MiG vom Himmel.

Inmitten der US-Militäroffensive gegen die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) in Syrien wird ein Zwischenfall aus Israel gemeldet. Dort hat das israelische Militär nach eigenen Angaben ein syrisches Kampfflugzeug über den von beiden Ländern beanspruchten Golanhöhen abgeschossen. Die Maschine sei am Morgen von einer Patriot-Batterie mit Boden-Luft-Raketen beschossen worden, als sie in den Luftraum über dem von Israel kontrollierten Westteil der Golanhöhen eingedrungen sei, teilte ein Armeesprecher mit.

Nach Angaben des Armeeradios handelte es sich um ein Jagdflugzeug der russischen Baureihe MiG-21. Die Trümmer der zerstörten Maschine sollen auf die syrische Seite gefalle sein. In den vergangenen Wochen hatten syrische Aufständische fast vollständig die Kontrolle über die Osthänge der Golanhöhen übernommen. Die Regierungstruppen versuchen, auch mit Luftunterstützung, verlorene Gebiete zurückzuerobern.

Der Abschuss des syrischen Kampfflugzeugs ist ein weiterer schwerer Zwischenfall in der Grenzregion, in den Israel verwickelt ist. Die israelische Luftwaffe hat in der Vergangenheit bereits mehrmals auf Beschuss von syrischer Seite mit Angriffen auf syrische Armee-Einheiten reagiert, zuletzt im Juni. Ende August hatte Israel zudem nach eigenen Angaben eine syrische Drohne vom Himmel geholt.

Auf dem seit dem Jahr 1967 zu zwei Dritteln von Israel besetzten Golanhöhen gilt seit 1974 ein Waffenstillstand, der von den Vereinten Nationen überwacht wird. Entlang der Demarkationslinie wurde eine Pufferzone eingerichtet. Die anhaltenden Gefechte der syrischen Regierungsarmee gegen Rebellengruppen griffen immer wieder auf die entmilitarisierte Zone über und führten zu Verletzungen der Waffenstillstandslinie.

Krieg an mehreren Fronten

Auf der anderen Seite hatte das US-Militär erstmals mit Unterstützung Jordaniens, Bahrains, Saudi-Arabiens, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katars Luftangriffe auf Stellungen des IS in Syrien geflogen. Zuvor war die Regierung in Damaskus vor der Ausweitung der Angriffe auf die Islamisten-Miliz informiert worden. Russlands Staatschef Wladimir Putin, einer der letzten Verbündeten des Assad-Regimes, telefonierte nach Angaben des Kremls in der Nacht mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Dabei habe Putin verlangt, dass keine Angriffe ohne die Zustimmung der syrischen Staatsführung erfolgen dürften.

Auch die syrische Opposition begrüßte die Luftoffensive auf Stellungen des IS im Norden des Landes. Zugleich mahnte sie aber, Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden.

Quelle: n-tv.de

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