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Israelische Soldaten an der Grenze zu Gaza.
Israelische Soldaten an der Grenze zu Gaza.(Foto: imago/Xinhua)

Auch palästinensische Medien unter Beschuss: Israel zerstört Raketenwerfer und Tunnel

Im Krieg zwischen Israel und der palästinensischen Hamas sind bereits 260 Palästinenser und ein israelischer Soldat gestorben. Israel versucht nun, die Infrastruktur seiner Gegner zu zerstören - und vermeldet Erfolge.

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Unterstützt von Panzerverbänden und Luftwaffe haben israelische Bodentruppen eine Offensive im palästinensischen Gazastreifen gestartet. Nach Angaben von Rettungskräften wurden über Nacht 19 Palästinenser getötet, darunter ein Baby. Auch ein israelischer Soldat kam in der Nacht zum Freitag auf dem Boden von Gaza ums Leben. Die Umstände werden noch untersucht.

Zehn Tage nach Beginn seiner Luftangriffe auf den Gazastreifen hatte Israel ab Donnerstagabend Bodentruppen in das Palästinensergebiet geschickt. Palästinensische Rettungskräfte melden Tote in Rafah, Chan Junis und Beit Hanun. Die Gesamtzahl der palästinensischen Todesopfer stieg seit Beginn der Luftangriffe auf 260.

Mit der Offensive will Israel den massiven Raketenbeschuss aus dem Küstengebiet stoppen und Geheimtunnel nach Israel zerstören, um Terroranschläge zu verhindern. Dies erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zur Begründung des Einsatzbefehls. Laut Armee wurden dazu Soldaten in den Norden, den Süden und den Osten des Gazastreifens geschickt. Nach ihren Angaben zerstörten die Soldaten in der Nacht 20 verborgene Raketenwerfer und neun Tunnel. Insgesamt seien 103 "Terrorziele" attackiert worden. Erklärtermaßen ist es nicht das Ziel Israels, die in Gaza regierende islamistische Hamas abzusetzen.

Zuletzt drohte Netanjahu damit, die Bodenoffensive auszuweiten. Die Truppen sollten sich dazu bereithalten. Die israelische Regierung gab grünes Licht für die Mobilisierung von weiteren 18.000 Reservisten. Damit können nun insgesamt rund 65.000 Reservisten eingezogen werden. Etwa 50.000 sind bereits im Einsatz oder unterwegs.

Palästinensische Medien melden, dass sie selbst unter Beschuss geraten. Kampfhubschrauber hätten am frühen Freitagmorgen den Al-Dschauhara-Turm in der Stadt Gaza unter Feuer genommen, berichtet die Nachrichtenagentur Maan. Der Foto-Reporter Mohammed Schabab sei dabei verletzt worden. Ein weiterer Angriff galt dem Bericht zufolge dem Daud-Hochhaus im Stadtteil Rimal. Mehrere Mitarbeiter eines von dort sendenden lokalen Radios wurden demnach verletzt. Der Sendebetrieb wurde unterbrochen. Eine israelische Militärsprecherin wollte zu dem Bericht zunächst nicht Stellung nehmen, da die darin beschriebenen Vorfälle Teil einer noch andauernden Militäroperation seien.

Hamas verliert Unterstützung

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, er bedauere, dass "ein bereits gefährlicher Konflikt nun noch weiter eskaliert ist". Israel müsse nun noch "weit mehr tun, um zivile Opfer zu vermeiden". US-Außenminister John Kerry forderte in einem Telefonat mit Netanjahu, die Bodenoffensive müsse sich "zielgerichtet" gegen die Tunnel richten. Eine weitere Eskalation der Lage müsse vermieden und der Waffenstillstand von 2012 "so schnell wie möglich" wieder hergestellt werden.

Auch die in dem Konflikt vermittelnde ägyptische Regierung verurteilte die weitere Eskalation des Konflikts, kritisierte aber vor allem die Islamisten der Hamas: "Hätte die Hamas die ägyptischen Vorschläge akzeptiert, wäre seitdem das Leben Dutzender Palästinenser verschont geblieben", sagte Außenminister Samech Schukri. Kairo hatte am Dienstag Pläne für einen Waffenstillstand vorgelegt, die von Israel akzeptiert und von der Hamas abgelehnt wurden.

50 neue Geschosse auf Israel

Der im Exil lebende Hamas-Chef Chaled Maschaal erklärte, die israelische Bodenoffensive sei "zum Scheitern verurteilt". Was Israel nicht durch seine Angriffe aus der Luft und von See aus erreicht habe, werde das Land auch nicht durch Bodentruppen erreichen. Ein Hamas-Sprecher erklärte in Gaza, Israel werde "einen hohen Preis" für seine Angriffe zahlen. Die Hamas sei "zur Konfrontation bereit".

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas reiste aus Kairo nach Ankara, um die Bemühungen um eine diplomatische Lösung zu verstärken. Er forderte Israel dazu auf, die Bodenoffensive zu stoppen. Der Einsatz werde nur zu noch mehr Blutvergießen führen und die Bemühungen um ein Ende der Gewalt verkomplizieren. Abbas gehört zur palästinensischen Partei Fatah, die in Konkurrenz zur radikalen Hamas steht.

Der Raketenbeschuss Israels ging unterdessen auch am Freitagvormittag weiter. Seit Start der Bodenoffensive seien mehr als 50 Geschosse nach Israel gefeuert worden, von denen gut die Hälfte unbewohntes Gebiet traf und rund 20 abgeschossen wurden, verlautete aus Militärquellen.

Quelle: n-tv.de

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