Politik

"Selbstmord ist keine Lösung": Jeb Bush wird ausgelacht

Im Vorwahlkampf in den USA läuft es für Jeb Bush nicht gut. Ein Foto, das er bei Twitter zeigt, löst beim Publikum die Art von Spott aus, die für Verlierer reserviert ist.

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Jeb Bush hat ein Problem: Ihm fehlt das Charisma seines Bruders George W. Bush. Er bezeichnet sich selbst als "introvertiert", sein Mitbewerber Donald Trump lässt keine Gelegenheit aus, ihn "weak" zu nennen – schwach. Vermutlich, um diesem Image etwas entgegenzusetzen, hat Bush jetzt ein Foto gepostet. Von einer Handfeuerwaffe. Mit dem Schriftzug "Gov. Jeb Bush" darauf. Dazu keine Erklärung, sondern nur ein Wort: "America."

Jetzt hat der Ex-Gouverneur von Florida noch ein Problem. Die Reaktionen darauf waren nicht Begeisterung ob der grandiosen Männlichkeit dieses tollen Präsidentschaftskandidaten. Sondern Witze.

Die Webseite Mashable postete dasselbe Bild noch einmal, nur mit einem anderen Schriftzug darauf: "Please clap", bitte klatschen. Die zwei Wörter spielen darauf an, dass Bush in seinem Wahlkampf so wenig Begeisterung auslöst, dass er sein Publikum bereits anbetteln musste, ihm zu applaudieren.

Andere Nutzer verweisen auf internationale Statistiken über Todesfälle durch Feuerwaffen, die von den USA mit weitem Abstand angeführt werden. Oder sie posten Bilder als Symbole für andere Länder: eine Teetasse für Großbritannien, ein Sandwich für Irland, einen Holzpflock mit Hammer und Kruzifix für Transsilvanien, einen Dolch für Mittelerde und ein Paar Weißwürste mit Brezel für Bayern.

 "Wir wissen, dass du verlierst, Jeb, aber Selbstmord ist keine Lösung", schreibt ein weiterer Nutzer. "Geh malen mit Georgie." Der Musiker John Lurie reagierte mit einem Foto von Jeb Bush. Dazu schrieb ebenfalls er nur ein Wort: "IDIOT."

Erst Favorit, jetzt Witzfigur

Jeb Bush war als Favorit in den Vorwahlkampf gestartet. Noch immer ist er der Kandidat, der das meiste Geld zur Verfügung hat. Gelohnt haben sich die Investitionen seiner Spender jedoch nicht: Nach den zwei Vorwahlen in Iowa und New Hampshire hat Bush erst vier Delegierte für den Nominierungsparteitag der Republikaner gesammelt. Damit steht er unter den sechs verbliebenen Bewerbern seiner Partei auf dem fünften Platz. In den landesweiten Umfragen sieht es für ihn noch schlechter aus: Eine Auswertung mehrerer Erhebungen führt Bush mit 4 Prozent auf dem sechsten Platz.

Das Boulevardblatt "New York Daily News" zeigte Bushs Waffe sogar auf ihrer Titelseite und nannte Bush "verzweifelt". Im Artikel schreibt die Zeitung: "Der einzige republikanische Präsidentschaftskandidat, der keine Waffe besitzt, twitterte das Bild von einer, die ihm am Mittwoch geschenkt worden war". Bush hatte die Pistole überreicht bekommen, als er eine Waffenfabrik im Bundesstaat South Carolina besuchte. "Es scheint, dass Bush erst noch die Grundlagen des Waffenbesitzes lernen muss", so die "Daily News" weiter: Die Griffsicherung der Waffe sei ausgeschaltet gewesen.

In South Carolina finden am Samstag die nächsten Vorwahlen der Republikaner statt. Umfragen zufolge kann Bush dort mit 10 Prozent rechnen. Das wäre der vierte Platz. Immerhin.

Quelle: n-tv.de

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