Politik

Abwanderung aus AfghanistanKabul will Flüchtlinge nicht zurück

29.10.2015, 16:21 Uhr
9c255394bdf2b504da09585235710d11
Das afghanische Flüchtlingsministerium kann verstehen, dass viele Afghanen weg wollen. (Foto: dpa)

Tausende Afghanen verlassen ihre Heimat. Die Bundesregierung will mehr von ihnen abschieben. Doch die Regierung in Kabul zeigt großes Verständnis für die Abgewanderten: Afghanische Asylbewerber sollten ruhig ihre Rechte wahrnehmen.

Die afghanische Regierung sieht sich derzeit nicht verpflichtet, abgelehnte Asylbewerber aus Deutschland zurückzunehmen. Zuvor müssten die Regierungen in Kabul und Berlin ein entsprechendes Abkommen beschließen, sagte der Sprecher des Flüchtlingsministeriums in Kabul, Islamuddin Dschurrat. "Zwar haben vorläufige Gespräche begonnen, aber es gibt noch keine Vereinbarung darüber, dass Deutschland Flüchtlinge nach Afghanistan zurückführt."

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte die hohe Zahl von Asylbewerbern aus Afghanistan als "inakzeptabel" bezeichnet. Dschurrat sagte: "Wir sind nicht dagegen, dass afghanische Asylbewerber ihr Recht wahrnehmen, Asyl zu beantragen." Die Sicherheitslage und die wirtschaftliche Not zwinge Afghanen in bestimmten Provinzen zur Flucht. "Also bitten wir die Europäische Union, Afghanen in ihrer Notlage bei der Suche nach einem besseren und sichereren Leben zu unterstützen."

De Maizière hatte gesagt, Ziel sei, gemeinsam mit der afghanischen Regierung dafür zu sorgen, dass es mehr Rückführungen nach Afghanistan gebe. "Die Menschen, die als Flüchtlinge aus Afghanistan zu uns kommen, können nicht alle erwarten, dass sie in Deutschland bleiben können - auch nicht als Geduldete."

Quelle: ntv.de, nsc/dpa

Thomas de MaizièreAfghanistanFlüchtlinge