Politik
Fahnen statt Karikaturen: Pegida in Dresden, der Hochburg der Bewegung.
Fahnen statt Karikaturen: Pegida in Dresden, der Hochburg der Bewegung.(Foto: picture alliance / dpa)

Erster Auftritt für "Legida": Leipzig lässt Karikaturen nun doch zu

Das Verbot von Mohammed-Karikaturen für die erste "Legida"-Demonstration heute Abend in Leipzig war mit den Organisatoren des Protestmarsches abgesprochen. Ohne Rücksprache hebt Oberbürgermeister Jung das Verbot auf.

Die Stadt Leipzig hat das Verbot von Mohammed-Karikaturen bei der "Legida"-Demonstration aufgehoben. Das bestätigte ein Stadtsprecher n-tv.de.

Programmhinweis

Das Duell bei n-tv: "Die Angst wächst – Was ist die beste Anti-Terror-Strategie?" Heiner Bremer diskutiert mit Rainer Wendt und Gerhart Baum. Wiederholung um 23.10 Uhr.

Gegen die Auflagen habe es "Widersprüche aus der Bürgerschaft" gegeben, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) dem Sender MDR Info. Er glaube, "dass der Auflagenbescheid an dieser Stelle zu weit geht und das Recht auf freie Meinungsäußerung geboten hat, diesen Bescheid zurückzunehmen und zu ändern".

Zuvor hatte der Sprecher der Stadtverwaltung n-tv.de gesagt, das Verbot sei "im gemeinsamen Gespräch" mit den Organisatoren der Demonstration entstanden. "Es gab den Wunsch der Anmelder, eine klare Regelung zu finden, wie man mit solchen Karikaturen umgeht", so der Stadtsprecher.

Legida-Sprecher Jörg Hoyer bestätigte n-tv.de, das Verbot der Mohammed-Karikaturen sei im Einvernehmen mit der Stadt Leipzig beschlossen worden. "Enthusiasmus ist gut, Sachlichkeit ist besser", sagte er. Zudem gebe es Menschen, die nicht kalkulierbar seien. Die müsse man nicht reizen. Legida habe daher "aus Sicherheitsgründen" dem Verbot zugestimmt.

Hoyer bestätigte später auch die Aufhebung des Verbots. Die Stadtverwaltung habe diesen Schritt nicht mit ihm abgesprochen, er habe aber auch nichts dagegen. Menschen, die heute Abend zu der Demonstration kommen wollen, hätten ihm gesagt, sie wollten zwar keine Karikaturen zeigen, wollten aber auch nicht, dass es ihnen verboten werde.

"Legida" steht für "Leipzig gegen die Islamisierung des Abendlandes". Am heutigen Montag findet in der sächsischen Messestadt die erste Demonstration dieser Art statt, die dem Dresdner Vorbild "Pegida" nachempfunden ist. In Dresden wird heute bereits zum zwölften Mal gegen die angebliche Islamisierung protestiert. Anders als Dresden gilt Leipzig als eher "linke" Stadt. Als Reaktion auf die Legida-Kundgebung wurden gleich mehrere Gegendemonstrationen angemeldet. Auch Oberbürgermeister Jung rief dazu auf, das Signal zu senden, dass Leipzig "vielfältig und weltoffen" sei.

Eine Sprecherin der Stadt Dresden teilte n-tv.de auf Anfrage mit, dass zwischen Pegida und der dortigen Versammlungsbehörde "keine mit Leipzig vergleichbaren Absprachen (Karikaturenverbot)" getroffen worden seien.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen