Politik

Ukraine am Rand des Bürgerkriegs: +++ Liveticker zu den Ereignissen in Kiew vom 20. Februar 2014 +++

+++ 00:21 Wir schließen an dieser Stelle unseren Liveticker, lassen ihn aber online zum Nachlesen. Vielen Dank für Ihr Interesse. +++

Hier geht es weiter zu den Ereignissen in Kiew am 21. Februar 2014

+++ 23:57 Opposition verhandelt angeblich mit +++

An den nächtlichen Verhandlungen in der Ukraine zwischen Regierung und EU soll nun auch die Opposition teilnehmen. Ein europäischer Diplomat erklärte, die drei Oppositionsführer Vitali Klitschko, Arseni Jazenjuk und Olej Tjahnybok seien unterwegs zum Präsidialamt.Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein polnischer Kollege Radoslaw Sikorski bemühten sich im Gespräch mit Präsident Viktor Janukowitsch weiter um eine Lösung der seit Monaten anhaltenden Krise.

+++ 23.05 USA entsetzt über Blutbad +++

"Wir sind  empört über Bilder von ukrainischen Sicherheitskräften, die mit  automatischen Waffen auf das eigene Volk schießen", sagte der  US-Präsidentensprecher Jay Carney. Staatschef Janukowitsch müsse "seine Sicherheitskräfte sofort aus der Innenstadt von Kiew zurückziehen und das Recht auf friedlichen  Protest respektieren". Auch die Regierungsgegner müssten friedliche  Mittel wählen.

"Die abscheuliche Gewalt" müsse aufhören, forderte auch Kanadas Premierminister Stephen Harper. Neben neuen Einreiseverboten für Gefolgsleute Janukowitschs kündigte Harper auch zusätzliche Wirtschaftssanktionen gegen die ukrainische Führungselite an. "Wir  machen das Regime verantwortlich für diese Aktionen gegen seine  eigenen Bürger."

+++ 22:37 Anschlag auf Polizei in Lwiw +++
Bei einem Anschlag auf eine Polizeikaserne in der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) werden mindestens zwei Mitglieder einer Spezialeinheit getötet. Eine Detonation habe einen Brand ausgelöst, teilte die örtliche Polizei mit. Lokale Medien berichten, vier Unbekannte in Zivil hätten eine Handgranate in das Gebäude geworfen.

+++ 22:11 Janukowitsch muss noch zustimmen +++
Präsident Janukowitsch muss den Beschluss des Parlaments noch unterzeichnen. Einen symbolischen Wert hat das klare Votum trotzdem. Die Abgeordneten stimmten zudem einstimmig gegen den Einsatz von Schusswaffen.

+++ 21:32 Parlament stimmt gegen "Anti-Terror-Einsatz" +++
Das ukrainische Parlament beschließt ein Ende des "Anti-Terror-Einsatzes" im Land. Die Abgeordneten verlangen, dass sich alle Einheiten in ihre Kasernen zurückziehen. Die Berufung auf das Anti-Terror-Gesetz hatte den Sicherheitskräften zahlreiche Sonderrechte eingeräumt.

+++ 21:20 U-Bahn fährt teilweise wieder +++
Nach zwei Tagen Unterbrechung wegen der blutigen Straßenschlachten fährt in Kiew wieder die U-Bahn. Es bleibt jedoch bei weitreichenden Einschränkungen: Mehrere Stationen im Stadtzentrum sind weiterhin geschlossen. Die Metro gilt als Hauptschlagader des Verkehrs in der ukrainischen Hauptstadt.

+++ 20:48 Opposition offenbar nicht zufrieden +++
Die Regierungsgegner sind offenbar mit den Zugeständnissen von Präsident Janukowitsch nicht zufrieden. "Die Lage ist sehr schwierig", sagt Frankreichs Außenminister Laurent Fabius am nach einem Treffen mit der Opposition. "Wir machen das Maximale, um eine Lösung zu erreichen. Aber so weit sind wir noch nicht."

+++ 20:01 Janukowitsch stimmt Neuwahlen zu +++
Ukraines Präsident Janukowitsch erklärt sich bereit, in diesem Jahr vorgezogene Wahlen abzuhalten. Dies habe Janukowitsch bei seinem Treffen mit EU-Außenministern gesagt, gibt der polnische Ministerpräsident Donald Tusk an.

+++ 19:52 "Die Legitimität verloren" +++
Am angesetzen Trauertag um die Toten in der Ukraine sterben weitere Menschen, zu Dutzenden - offenbar von Scharfschützen getötet. Währenddessen bemühen sich Bundesaußenminister Steinmeier und seine EU-Kollegen um eine politische Lösung in Kiew und Brüssel.

Die bisherigen Geschehnisse des Tages in der n-tv.de Bilderserie.

+++ 19:38 Janukowitsch dürfte in die EU +++
Die verhängten EU-Einreiseverbote für die politische Elite der Ukraine gelten nicht für Präsident Janukowitsch und seine Ehefrau. Damit will die Europäische Union dem Staatsoberhaupt wohl einen Ausweg bieten, falls er doch von der Macht lässt.

+++ 19:23 "Es ist Krieg" +++
"Es ist Krieg", sagen ukrainische Medienvertreter über die Lage im Land. Der von den EU-Außenministern vorgeschlagene Fahrplan für eine politische Lösung des blutigen Konfliktes umfasst offenbar die Bildung einer Übergangsregierung unter Beteiligung der Opposition sowie ein Verfassungsreferendum und Wahlen. Ob sich Präsident Janukowitsch darauf einlässt, ist unklar – denn die Punkte zählen zu den wichtigsten Forderungen der Opposition.

+++ 18:48 EU stoppt Warenlieferungen +++
Die EU macht das "Ausmaß der Anwendung" ihrer Sanktionen von der weiteren Entwicklung in der Ukraine abhängig. Ein Waffenembargo gibt es nicht, aber ein Verbot der Lieferung aller Waren und Geräte, die zur Unterdrückung von Demonstrationen genutzt werden könnten.

+++ 18:09 EU einigt sich auf Visasperren +++
Die EU beschließt Strafmaßnahmen gegen Personen, die für die Gewalttaten in Kiew verantwortlich sind, so die italienische Außenministerin Emma Bonino. Vorgesehen ist demnach, Visasperren zu verhängen und Guthaben einzufrieren.

+++ 17:48 Regierung nennt Zahl der Toten +++ Die Angaben des Gesundheitsministeriums über die Zahl der Toten ist wesentlich niedriger als die der Demonstranten. Der ukrainischen Regierung zufolge wurden seit Dienstag 67 Menschen getötet, davon allein am heutigen Donnerstag 39 Menschen. Die Oppositionellen sprechen hingegen von mehr als 100 Toten seit Donnerstagmorgen.

+++ 17:20 USA fordern Rückzug +++
Das US-Präsidialamt fordert einen Rückzug der Sicherheitskräfte aus der Innenstadt Kiews. Es sei schockierend, wenn sie mit automatischen Waffen auf das eigene Volk schössen.

+++ 17:03 EU-Trio schlägt Fahrplan für Ukraine-Lösung vor +++
Das EU-Trio aus Deutschland, Frankreich und Polen schlägt einen Fahrplan für eine politische Lösung im Machtkampf in der Ukraine vor. Demnach sollen eine Übergangsregierung gebildet, eine Verfassungsreform begonnen und Parlaments- und Präsidentenwahlen abgehalten werden. Dies verlautet nach einem Treffen der Außenminister aus den drei Ländern mit Staatspräsident Janukowitsch in Kiew.

+++ 16:58 Putin entsendet Vermittler +++
Der russische Präsident Putin schickt einen Vermittler nach Kiew. Der Vertreter Moskaus werde auf Bitten des ukrainischen Präsidenten Janukowitsch an den Verhandlungen mit der Opposition teilnehmen, sagte Kreml-Sprecher Peskow.

+++ 16:32 Beck: "Viele klandestine Terroraktionen" +++
Die Grünen-Politikerin Marieluise Beck, die sich zurzeit in der Ukraine aufhält, gibt dem Regime in Kiew die Schuld an der Eskalation. Im Gespräch mit n-tv.de beklagt sie außerdem, dass es "viele klandestine Terroraktionen von Sicherheitskräften" gebe. So würden beispielsweise angeheuerte Milizionäre Autos von NGO-Vertretern abfackeln.

+++ 16:25 Hague: Es muss eine internationale Antwort geben" +++
Die EU-Außenminister beraten in Brüssel über die Lage in der Ukraine und mögliche Sanktionen bis hin zu einem Waffenembargo. Die Lage in der Ukraine sei "vollkommen inakzeptabel und nicht zu verteidigen", sagt der britische Außenamtschef Hague. "Es muss eine internationale Antwort geben."

+++ 16:01 Steinmeier bleibt in Kiew +++
Die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen verlängern ihre Vermittlungsmission in der Ukraine. Bundesaußenminister Steinmeier und seine Kollegen Fabius aus Frankreich und Sikorski aus Polen bleiben in Kiew und reisen nicht zu einem Krisentreffen mit ihren EU-Kollegen nach Brüssel. Die EU-Außenbeauftragte Ashton steht mit den drei Ministern in Kiew in Kontakt. Die Kommunikation ist umso wichtiger, weil die EU zeitgleich mit den Verhandlungen auch Sanktionen gegen die Ukraine beschließen will.

++ 15:44 Regierung: Opposition nimmt Polizisten als Geiseln +++
Ukrainische Demonstranten haben in Kiew 67 Polizisten als Geiseln genommen, teilt das Innenministerium mit. Jetzt weitet sich die Straßenschlacht offenbar auch zum Kampf um die Vorherrschaft in den Medien aus.

+++ 15:27 Ärzte: Heute bereits mehr als 100 Tote +++
Die Lage auf dem Maidan in Kiew ist momentan jedoch augenscheinlich ruhig. Kein Feuer oder Rauch ist zu sehen. Die Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz bauen neue oder bessern bestehende Barrikaden aus. Sie rüsten sich offenbar für die Fortsetzung gewaltsamer Auseinandersetzungen. Seit heute Morgen habe es bereits mehr als 100 Tote gegeben, sagt der Leitende Arzt der Oppositionellen. Mehr als 500 seien verletzt worden.

+++ 15:19 Opposition: 60 Demonstranten gezielt erschossen +++
Bei den schweren Zusammenstößen in Kiew sind an diesem Donnerstag mindestens 60 Menschen getötet worden, geben radikale Regierungsgegner an. Die Demonstranten seien gezielt erschossen worden, sagt der Abgeordnete Chanenko von der rechtspopulistischen Partei Swoboda. Die meisten Opfer gebe es auf der Institutsstraße zum Regierungsviertel.

+++ 14:59 Sicherheitskräfte schießen scharf +++
Die ukrainischen Sicherheitskräfte haben Angaben von Innenminister Vitali Sachartschenko zufolge Schusswaffen für den "Anti-Terror-Einsatz" erhalten. Die Waffen dürften mit scharfer Munition eingesetzt werden, sagte Sachartschenko.

+++ 14:49 EU bereitet "schwarze Liste" vor +++
EU-Außenminister legen bei Treffen Kriterien für mögliche Sanktionen gegen die politische Führung der Ukraine fest. Es gebe bislang noch keine Liste von Namen, über die die Minister entscheiden werden, heißt es von Diplomaten. Nach dem Grundsatzbeschluss könne dies jedoch "sehr rasch" geschehen. Es sei dann auch möglich, Unternehmen auf eine "schwarze Liste" der EU zu setzen, damit diese keine Geschäfte mehr mit EU-Firmen machen dürften.

+++ 14:28 Merkel liest Janukowitsch die Leviten +++
Bundeskanzlerin Merkel ruft den ukrainischen Präsidenten Janukowitsch "dringend" dazu auf, eine Regierungsneubildung und eine Verfassungsänderung zuzulassen. Sie kritisierte die Eskalation scharf und gab Janukowitsch die Hauptverantwortung. "Jedes Spiel auf Zeit werde den Konflikt weiter anheizen und berge unabsehbare Risiken", machte Merkel deutlich.

+++ 13:48 Moskau: Janukowitsch darf kein "Fußabtreter" sein +++
Der russische Regierungschef Medwedew drängt Janukowitsch, die Ordnung in seinem Land wiederherzustellen. Ein Präsident dürfe nicht zulassen, dass die Opposition über ihn wie über einen "Fußabtreter" hinweggehe. Russland könne nur mit legitimen und effektiven Regierungen zusammenarbeiten.

+++ 13:32 Kiewer Bürgermeister verlässt Janukowitsch-Partei +++
Aus Protest gegen das "Blutbad und den Brudermord" im Stadtzentrum gab der Bürgermeister von Kiew seinen Austritt aus der Partei von Präsident Viktor Janukowitsch bekannt. Das menschliche Leben müsse an oberster Stelle stehen, und nichts dürfe sich "diesem Prinzip widersetzen", erklärte Wolodimir Makejenko.

+++ 13:19 Gerüchte über Ausnahmezustand +++
Ukrainische Medien berichten, Präsident Janukowitsch wolle noch heute Nachmittag den Ausnahmezustand ausrufen. In diesem Fall würden in der Ukraine keine Telefon- und Internetverbindungen mehr funktionieren.

+++ 12:58 Lawrow wirft Westen Erpressung vor +++
Der russische Außenminister Lawrow wirft dem Westen Erpressung vor. Mit der Forderung nach Neuwahlen in der Ex-Sowjetrepublik wolle die EU der Ukraine ihren Willen aufzwingen, sagte Lawrow. Der Westen und auch die ukrainische Opposition müssten sich von den radikalen Regierungsgegnern in Kiew distanzieren. Sanktionen gegen die ukrainische Führung würden lediglich die "Extremisten" unterstützen, warnte Lawrow.

+++ 12:35 Streit im Bundestag: Linke sieht Faschisten am Werk +++
Der Konflikt in der Ukraine spaltet die Opposition im Bundestag. Die Linke verurteilt rechtsradikale Tendenzen der Demonstranten - und diffamiert damit nach Ansicht der Grünen die gesamte Protestbewegung. Die Linke-Abgeordnete Sevim Dagdelen twitterte während der Debatte: "Unerträglich diese verwelkten Grünen, die die Faschisten in der Ukraine verharmlosen, die antisemitische Übergriffe begehen."

+++ 12:19 Russischer Außenminister gegen EU-Sanktionen +++
Das russische Außenministerium weist die Drohung der EU mit Sanktionen gegen die ukrainische Regierung als unangemessen zurück. Dadurch würden die Spannungen nur verschärft.

+++ 12:03 Arzt: "Jeder mit einer einzigen Kugel erschossen" +++
Bei neuen schweren Zusammenstößen in Kiew sind allein auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz Maidan nach Aussage eines Mediziners mindestens 13 Menschen getötet worden. "Jeder wurde mit einer einzigen Kugel erschossen", sagt der Arzt der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Eine renommierte Medizin-Professorin gab die Einschätzung ab, dass offenbar Scharfschützen auf der Jagd nach Regierungsgegnern seien. In anderen Medienberichten ist inzwischen von mindestens 35 Toten die Rede. Offizielle Bestätigungen gibt es noch nicht. Das Innenministerium spricht von mindestens einem getöteten und 29 verletzten Polizisten.

+++ 11:30 Präsidialamt wirft Regierungsgegnern Verrat vor +++
Das ukrainische Präsidialamt wirft der Opposition vor, sie habe nur zum Schein und zur Vorbereitung neuer Angriffe einem Gewaltverzicht zugestimmt. "Das waren nur Manöver", teilt die Kanzlei von Staatschef Janukowitsch mit. "Alle Versuche der Behörden zu einem Dialog und zu einer friedlichen Lösung des Konflikts wurden von den Militanten ignoriert", heißt es.

+++ 11:12 Mehr als 20 tote Zivilisten in den Straßen von Kiew +++
In Kiew kommen bei der jüngsten Gewalt zwischen Demonstranten und Polizei mehr als zwanzig Menschen ums Leben. Ein Reuters-Reporter sah in den Straßen rings um den Maidan 21 Tote. Alle Opfer waren Zivilisten.  

+++ 11:07 Viele Polizisten getötet oder verletzt +++
Nach Angaben des ukrainischen Präsidialamtes werden bei den neuen Gewaltausbrüchen in Kiew "Dutzende" Polizisten getötet oder verletzt. Die Demonstranten würden Scharfschützen einsetzen.

+++ 10:50 China gibt Ausland Schuld am Chaos +++
China sieht ausländische Einmischung als eine Ursache für das Chaos in der Ukraine. Der Westen mische sich häufig in innere Angelegenheiten des Landes ein und stifte die Opposition an, die Regierung herauszufordern, kommentierte die "Global Times", die vom Parteiorgan "Volkszeitung" herausgegeben wird. "Wenn Peking so weit gehen und akzeptieren würde, was der Westen von uns verlangt, gäbe es eine große Wahrscheinlichkeit, dass wir langfristig Unruhen mit einer gespaltenen Nation erleben".

+++ 10:41 Ukrainische Athleten verlassen Sotschi +++
Mehrere ukrainische Olympiateilnehmer verlassen die Olympischen Spiele in Sotschi. Das teilt das Internationale Olympische Komitee mit. Grund für die Abreise seien "die Unruhen in ihrer Heimat". Wie viele Athleten abreisen, ist nicht bekannt.

+++ 10:18 EU-Außenminister doch bei Janukowitsch +++
Die drei EU-Außenminister verlassen entgegen Mitteilungen von Diplomaten doch nicht die ukrainische Hauptstadt Kiew. Bundesaußenminister Steinmeier, sein französischer Kollege Fabius und der polnische Außenminister Sikorski befänden sich im Präsidentenpalast zu Gesprächen mit Staatschef Janukowitsch, teilt das Auswärtige Amt vor Ort mit.

+++ 10:15 Augenzeuge zählt 15 Tote +++
Ein Augenzeuge macht auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew 15 Tote aus. Die Leichen seien an drei Stellen des Maidan verteilt. Alle seien Zivilisten, sagt Reuters-Fotograf Vasily Fedosenko.

+++ 10:02 EU-Minister sprechen nicht mit Janukowitsch +++
Die drei EU-Außenminister reisen aus Kiew ab, ohne mit Präsident Janukowitsch gesprochen zu haben. Steinmeier, Fabius und Sikorski hatten sich zuvor mit Vertretern der Opposition getroffen.

Video

+++ 09:54 Augenzeugen berichten von Toten +++
Bei den aufflammenden Straßenschlachten kommen wieder Menschen ums Leben. Die Regierungsgegner sprechen von mehreren Toten. Ein Reuters-Journalist will zehn Leichen gesehen haben: Sechs mit Tüchern bedeckte Tote seien am nordwestlichen Ende des Platzes und vier weitere an anderer Stelle zu sehen.

Live-Bilder vom Maidan finden Sie hier: http://www.ustream.tv/channel/press-club/theater

+++ 09:38 Radikale stürmen Regierungsviertel +++
Radikale Demonstranten dringen ins Regierungsviertel vor. Die Sicherheitskräfte ziehen sich zurück. Oppositionspolitiker Klitschko macht die Polizei für den Bruch des vereinbarten Gewaltstopps verantwortlich. "Wir sehen die Situation außer Kontrolle", sagt Klitschko nach einem Treffen mit den Außenministern aus Deutschland, Polen und Frankreich.

+++ 09:20 Schulz: Janukowitsch bleibt +++
Nach Ansicht des Präsidenten des EU-Parlaments, Martin Schulz, wird der ukrainische Präsident Janukowitsch nicht zurücktreten. "Und die Leute, die den Rücktritt des Präsidenten fordern, haben nicht die Mittel, ihn dazu zu zwingen", so Schulz.

+++ 09:00 Vermittlungsmission beginnt +++
Die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen nehmen ihre Vermittlungsmission in der Ukraine auf. Zum Auftakt ihres Besuchs in Kiew treffen Steinmeier, Fabius und Sikorski mit Vertretern der ukrainischen Opposition zusammen. Später ist auch ein Treffen mit Präsident Janukowitsch geplant.

+++ 08:52 Regierung vermutet Scharfschützen +++
In Kiew scheint die Lage zu eskalieren: Die ukrainische Regierung beschuldigt die Demonstranten, gezielt auf Sicherheitskräfte zu schießen. Dutzende Uniformierte seien verletzt worden. "Scharfschützen" der radikalen Regierungsgegner würden im Stadtzentrum Mitglieder der Spezialeinheit Berkut sowie Truppen des Innenministeriums ins Visier nehmen.

+++ 08:31 Nato warnt Ukraine +++
Nato-Generalsekretär Rasmussen warnt die Regierung der Ukraine vor neuer Gewalt gegen Demonstranten. "Falls das Militär gegen die Opposition vorgeht, so würden dadurch die Verbindungen der Nato mit der Ukraine ernsthaft beschädigt." Die Nato und die Ukraine sind in einer gemeinsamen "Nato-Ukraine-Kommission" verbunden.

+++ 08:20 Gewaltverzicht scheint brüchig +++
Polizei und Demonstranten liefern sich am Morgen neue Auseinandersetzungen. Protestierer werfen Feuerwerkskörper und Brandsätze auf die Sicherheitskräfte, die Tränengas abfeuern. Schwarze Rauchwolken von brennenden Reifen steigen in den Himmel. Tausende Menschen harren weiter auf dem Unabhängigkeitsplatz aus.

+++ 07:57 Zahl der Toten steigt +++
Die ukrainischen Behörden müssen nach den blutigen Ausschreitungen in der Nacht zum Mittwoch jetzt die Opferangaben korrigieren. Demnach steigt die Zahl der Toten auf 28. Hunderte Menschen werden verletzt, darunter auch Minderjährige, Ausländer, Sicherheitsbeamte und sogar ein Abgeordneter.

Video

+++ 07:02 Steinmeier landet in Kiew +++
Bundesaußenminister Steinmeier trifft in diesen Minuten zu einem Kurzbesuch in Kiew ein. Gemeinsam mit seinen Kollegen aus Frankreich und Polen, Fabius und Sikorski, will er Regierung und Opposition dort an einen Tisch bringen. Auf dem Programm steht neben Gesprächen mit der Opposition auch ein Treffen mit Staatspräsident Janukowitsch.

+++ 04:50 Steinmeier wird Janukowitsch treffen+++
Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird bei seinem Kurzbesuch in der Ukraine auch mit Staatspräsident Viktor Janukowitsch zusammentreffen. Zudem stehen Gespräche mit der Opposition um Vitali Klitscho und Arsenij Jazenjuk auf dem Programm.

 +++ 04:07 USA verhängen Einreiseverbot für ukrainische Regierungsvertreter +++
Angesichts der schweren Unruhen in Kiew haben die USA erste Sanktionen gegen die ukrainische Führung verhängt. Es sei eine Einreisesperre für 20 Regierungsmitglieder und andere Funktionäre beschlossen worden, die verantwortlich gemacht würden für die "Verletzung der Menschenrechte in Verbindung mit der politischen Repression in der Ukraine", erklärte ein US-Diplomat in Washington. Er nannte keinen Namen, erklärte jedoch, betroffen seien alle in der "Kommandokette", die am Dienstag die Erstürmung des Protestlagers auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz angeordnet habe.

+++ 02:47 Demonstranten und Polizei halten sich an Waffenruhe +++
Seit der Bekanntgabe der Waffenruhe kommt es zu keinen neuen Ausschreitungen zwischen Polizei und Regierungsgegnern. Zunächst war unklar geblieben, ob sich beide Konfliktparteien an die Aussetzung der Gewalt halten würden.

+++ 01:35 Obama begrüßt Waffenruhe +++
US-Präsident Barack Obama begrüßt die überraschend angekündigte Waffenruhe in der Ukraine. "Wenn sie umgesetzt wird, wäre das ein begrüßenswerter Schritt nach vorne", sagt er am Rande des Nordamerika-Gipfels im mexikanischen Toluca. Sowohl die USA als auch Kanada würden die Lage genau beobachten, um sicherzustellen, "das den Worten auch Taten folgen", so der US-Präsident nach einem Gespräch mit dem kanadischen Premierminister Stephen Harper.

Video

+++ 01:19 Klitschko kündigt Fortsetzung der Gespräche an +++
Die Krisengespräche zwischen dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und der Opposition sollen am Donnerstag fortgesetzt werden. Das sagt der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass vor Journalisten.

+++ 22:20 Maidan-Sturm soll bereits geplant gewesen sein +++ 
Laut Opposition hat Janukowitsch einen Waffenstillstand in der Ukraine zugesagt. Das teilten die Regierungsgegner Arseni Jazenjuk und Vitali Klitschko nach ihrem Treffen mit dem Staatschef mit. Ein angeblich geplanter Sturm von Sicherheitskräften auf den Maidan in Kiew sei abgesagt, betonten sie.

+++ 22:06 Janukowitsch und Opposition einigen sich +++

Präsident Janukowitsch und die Opposition haben sich auf eine Aussetzung der gewalttätigen Auseinandersetzungen geeinigt. Es würden nun Verhandlungen aufgenommen, um das Blutvergießen zu beenden, hieß es auf der Webseite des Präsidenten.

+++ 22:03 Timoschenko ruft das Volk zum Aufstand auf +++
Die inhaftierte ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko hat das Volk zum Aufstand gegen Präsident Viktor Janukowitsch aufgerufen. "Wir müssen die Diktatur beseitigen jetzt und für immer", hieß es in einer Mitteilung. Die Ex-Regierungschefin betonte, Verhandlungen hätten keine Perspektive. Schuld an der Eskalation habe ihr Erzfeind. "Jetzt trägt Janukowitsch für jeden umgebrachten oder verstümmelten Menschen persönlich die moralische Verantwortung." Timoschenko forderte, die Opposition müsse eine Delegation zum EU-Außenministertreffen an diesem Donnerstag schicken. Persönliche Sanktionen gegen Janukowitsch "können den großen Terror in der Ukraine nicht stoppen", hieß es aber.

+++ 21:49 Konzerte auf dem Maidan +++
Auf der Bühne am Maidan treten verschiedene Sänger und Bands auf. Dazwischen werden politische Ansprachen gehalten, teils von Applaus begleitet. Die Barrikaden brennen weiterhin, ukrainische Fahnen flattern überall. Die Lage wirkt friedlich.

+++ 21:40 Janukowitschs Treffen mit Oppositionellen zu Ende +++
Die Begegnung zwischen Präsident Janukowitsch und führenden Oppositionspolitikern dauerte nur kurz. Ergebnisse wurden zunächst nicht mitgeteilt. Danach hätten sich Klitschko und die anderen beiden Oppositionsführer Arseni Jazenjuk und Oleg Tjagnibok mit einer Arbeitsgruppe zur Lösung der Krise getroffen, hieß es. Von Regierungsseite waren Präsidialamtschef Andrej Kljujew und Justizministerin Jelena Lukasch dabei. Zuvor hatten sich beide Seiten unversöhnlich gezeigt. Die Führung warf ihren Gegnern Nähe zu Terroristen vor, Klitschko kritisierte Janukowitsch als "blutigen Diktator".

+++ 21:09 Obama warnt ukrainische Regierung +++
US-Präsident Obama hat die Gewalt in der Ukraine scharf verurteilt und im Fall einer weiteren Eskalation mit Schritten der internationalen Gemeinschaft gedroht. "Es wird Konsequenzen haben, wenn Leute eine Linie überschreiten", sagte Obama am Rande des Nordamerika-Gipfels im mexikanischen Toluca. Dazu gehöre, dass sich das ukrainische Militär nicht in Angelegenheiten einmischen dürfe, die von Zivilisten gelöst werden könnten. Die USA erwarteten von der ukrainischen Regierung, im Umgang mit friedlichen Protestanten auf Gewalt zu verzichten. Aber auch die Demonstranten müssten friedlich bleiben.

Video

+++ 21:02 Janukowitsch trifft sich mit Opposition +++
Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat sich am Mittwochabend erneut mit Oppositionsführern getroffen. Auch Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko nehme an dem eilig anberaumten Gespräch teil, schrieb seine Sprecherin über den Kurznachrichtendienst Twitter. Zuvor hatten sich beide Seiten unversöhnlich gezeigt. Die Führung warf ihren Gegnern Nähe zu Terroristen vor, Klitschko kritisierte Janukowitsch als "blutigen Diktator".

+++ 20:36 Feuerwerk und Brandsätze auf dem Maidan +++
Wie am Dienstagabend zünden die Demonstranten auf dem Maidan wieder Feuerwerkskörper. Vereinzelt werden Brandsätze auf die Polizisten geschleudert. Lautsprecheransagen hallen über den Platz, teils von lauten Sprechchören begleitet.

+++ 20:18 Barrikaden auf dem Maidan brennen +++
Vereinzelt brennen wieder Barrikaden auf dem Unabhängigkeitsplatz von Kiew, dem Maidan. Die Nacht ist über die Stadt hereingebrochen, die Sicherheitskräfte scheinen sich ruhig zu verhalten. Das zeigen Live-Bilder.

+++ 20:07 EU-Außenminister wollen Sanktionen beschließen +++
Nach der Gewalt in der Ukraine wollen die EU-Außenminister am Donnerstag (15 Uhr) Sanktionen gegen die politische Führung in Kiew beschließen. Die 28 EU-Staaten werden nach Angaben von Diplomaten Einreiseverbote gegen eine Reihe von Politikern verhängen. Zugleich wollen sie die in der EU befindlichen Bankkonten dieser Personen einfrieren.

+++ 20:01 Merkel telefoniert mit Putin +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt, sie sei mit Russlands Präsident Wladimir Putin in einem Telefongespräch einer Meinung gewesen, dass alles Notwendige getan werden müsse, um eine Eskalation der Gewalt in der Ukraine zu verhindern.

Was bis Mittwochabend geschah, lesen Sie in diesem Teil unserers Livetickers.

Quelle: n-tv.de

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