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An der Friedrich-Schiller-Universität war Späth als Honorarprofessor tätig.
An der Friedrich-Schiller-Universität war Späth als Honorarprofessor tätig.(Foto: imago stock&people)

"Erkennt Weggefährten kaum" : Lothar Späth an Demenz erkrankt

13 Jahre steht Lothar Späth an der Spitze Baden-Württembergs. 1991 tritt der CDU-Politiker aufgrund einer Affäre zurück. Nun ist er an Demenz erkrankt und lebt in einem Pflegeheim. EU-Kommissar Oettinger macht sich große Sorgen um seinen Parteifreund.

Der langjährige frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Lothar Späth, ist an Demenz erkrankt. Dem 78-jährigen CDU-Politiker gehe es "leider nicht gut", sagte Späths Tochter Daniela Späth-Zöllner der "Bild am Sonntag" über den Gesundheitszustand ihres Vaters. "Er ist in einem Pflegeheim untergebracht und wird gut betreut", fügte sie hinzu. Darüber hinaus wolle die Familie keine Angaben machen.

EU-Kommissar Günther Oettinger, ebenfalls ehemaliger Regierungschef in dem Bundesland, sagte dem Blatt, er habe ihn aber im vergangenen Jahr im Pflegeheim besucht. Späth erkenne aber "aufgrund seiner schweren Demenzerkrankung auch langjährige Weggefährten kaum noch wieder". Ein kleiner Freundeskreis aus Stuttgart besuche ihn in seinem Heim im Großraum Stuttgart regelmäßig. "Wir machen uns große Sorgen und denken sehr oft an ihn", so Oettinger.

Der baden-württembergische CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 13. März, Guido Wolf, sagte der Zeitung, er sei traurig, dass Späth "aufgrund seiner schweren Krankheit als Ratgeber nicht mehr an unserer Seite sein" könne. "Wir vermissen ihn und wir denken an ihn, er fehlt uns", ergänzte Wolf.

"Das Cleverle" und die "Jacht-Affäre"

Späth hatte in den Jahren 1978 bis 1991 mit der CDU an der Spitze der baden-württembergischen Regierung gestanden. "Das Cleverle" - so Späths Spitzname - gehörte in den achtziger Jahren zu den erfolgreichsten Politikern Deutschlands. 1991 trat er wegen der sogenannten "Jacht-Affäre", bei der Späth sich zu Reisen eingeladen lassen haben soll, von seinem Amt als Ministerpräsident zurück.

Nach seinen politischen Erfolgen war Späth bis 2003 Geschäftsführer des Photonik-Konzerns Jenoptik. Für seine Verdienste um das Unternehmen erhielt er 1997 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Jena. Im selben Jahr moderierte der Politiker eine eigene Sendung auf n-tv. "Späth am Abend" wurde bis 2001 ausgestrahlt. Vier Jahre später übernahm der gebürtige Baden-Württemberger den Geschäftsvorsitz der Investmentbank Merrill Lynch.

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Quelle: n-tv.de

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