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Es ist Ferienzeit, viele Menschen fliegen in Urlaub. Die Flüge nach Tel Aviv werden jedoch vorerst gestrichen.
Es ist Ferienzeit, viele Menschen fliegen in Urlaub. Die Flüge nach Tel Aviv werden jedoch vorerst gestrichen.(Foto: dpa)

Folge des Raketenbeschusses: Lufthansa setzt Flüge nach Tel Aviv aus

Mitten in der Urlaubssaison stellen Lufthansa, Air Berlin und andere internationale Fluggesellschaften ihre Flüge nach Tel Aviv ein. Dort war zuvor eine Rakete aus dem Gazastreifen in der Nähe des Flughafens eingeschlagen. Israel hält das Gebiet dagegen für sicher.

Die Konfrontation im Nahen Osten beeinträchtigt zunehmend den internationalen Flugverkehr. Angesichts des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen stellt die Lufthansa-Gruppe ihre Flüge von und nach Tel Aviv für zunächst 36 Stunden ein. Wie das Unternehmen mitteilte, sind davon die Flüge der Lufthansa, Germanwings, Austrian Airlines und Swiss betroffen.

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"Diese Entscheidung wurde aus Gründen des Vorrangs der Sicherheit der Passagiere und Crews aller Airlines getroffen", teilte das Unternehmen mit. Passagiere könnten kostenlos umbuchen oder sich den Ticketpreis erstatten lassen. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin sagte die Flüge nach Tel Aviv am Dienstag und Mittwoch ab.

Der israelische Verkehrsminister Israel Katz sagte dagegen, der Flughafen sei für Starts und Landungen sicher. Es gebe im Hinblick auf Maschinen und Passagiere keine Bedenken. "Es gibt für US-Gesellschaften keinen Grund, ihre Flüge abzusagen und so Terrorismus zu belohnen." Allerdings dürfte der Absturz einer malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine bei den Entscheidungen der Fluggesellschaften eine Rolle gespielt haben. Das Unglück hatte eine Debatte über die Flugsicherheit in Krisengebieten ausgelöst.

Auch die polnische Fluggesellschaft LOT setzte am Abend ihren Spätflug nach Tel Aviv aus. Die Airline Wizz Air stoppte ebenfalls ihre Flüge von Warschau und Kattowitz nach Tel Aviv bis einschließlich Mittwoch. Ob von Donnerstag an Tel Aviv wieder angeflogen wird, hängt von der laufenden Entwicklung im Nahostkonflikt ab, hieß es in Unternehmensmitteilungen.

US-Behörde stoppt Flüge

Zuvor hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA ein 24-stündiges Flugverbot für Verbindungen zwischen den USA und Israel verhängt. Die Entscheidung fiel nach einem Raketeneinschlag in der Nähe des Flughafens von Tel Aviv.

Das Verbot beziehe sich nur auf US-Fluggesellschaften und betreffe Flüge von und nach Tel Aviv, teilte die FAA mit. Andere israelische Flughäfen werden von US-Maschinen der Gesellschaften Delta Airlines, US Airways und United Airlines nicht angeflogen.

Der nach dem Staatsgründer David Ben Gurion benannte Flughafen bei Tel Aviv ist mit Abstand die wichtigste Verbindung des Staates zur Außenwelt. Es ist der einzige Flughafen in Israel mit Interkontinentalverkehr und einer der meistfrequentierten Knotenpunkte in der Region.

Delta Airlines musste nach eigenen Angaben eine Boeing 747 mit 290 Menschen an Bord zum Pariser Flughafen Charles de Gaulles umleiten, weil es "Berichte über eine Rakete oder damit verbundene Trümmer" in der Nähe des Ben-Gurion-Flughafens gegeben habe.

British Airways fliegt weiter

Auch die zweitgrößte europäische Gesellschaft Air France stoppt bis auf Weiteres alle Flüge nach Tel Aviv. "Die Sicherheit unserer Passagiere und Besatzungen bleibt unsere oberste Priorität", kommentierte eine Sprecherin, ohne Einzelheiten zu der Entscheidung zu nennen. Experten von Air France beobachteten die Situation vor Ort in Echtzeit.

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS, die niederländische KLM sowie AirCanada setzten ebenfalls ihre Flüge nach Tel Aviv aus. So auch die britische Billigfluglinie Easy Jet - British Airways will dagegen vorerst an den Flügen festhalten. Sie würden wie geplant stattfinden, teilte das Unternehmen mit.

Die radikale Hamas-Bewegung feuert seit Wochen aus dem Gazastreifen Raketen auf Ziele in Israel ab. Die israelische Armee reagierte zunächst mit Luftangriffen und startete vergangenen Donnerstag auch eine Bodenoffensive. Bei den Kämpfen wurden bereits mehr als 590 Palästinenser getötet, die israelische Seite beklagte den Tod von 27 Soldaten und zwei Zivilisten.

Quelle: n-tv.de

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