Politik
Merkel und Steinbrück - das Rennen scheint gelaufen.
Merkel und Steinbrück - das Rennen scheint gelaufen.(Foto: dpa)
Mittwoch, 19. Juni 2013

Forsa: Die SPD macht schlapp: Merkel könnte weitermachen

Fast ein Drittel aller wahlberechtigten Deutschen hat keine Lust, im September zur Wahl zu gehen. Sie fühlen sich nicht vertreten in der Politik und von den Politikern, die nur ihre "eigene Karriere im Blick haben". Diejenigen, die noch wählen gehen, würden Schwarz-Gelb die Lizenz zum Weiterregieren geben.

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Noch nie haben sich in der Geschichte der Bundesrepublik derart viele Menschen von der Politik abgewendet wie vor der kommenden Bundestagswahl. Nach den Ergebnissen einer Forsa-Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ist der Nichtwähler zwar politisch interessiert, fühlt sich aber nicht von den Parteien angesprochen. Die am häufigsten vorgetragene Beschwerde lautet: "Die Politiker haben kein Ohr mehr für die Sorgen der kleinen Leute", gefolgt von: "Den Politikern geht es doch nur um ihre eigene politische Karriere".

Während sich der Anteil der Nichtwähler in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt hat, bemühen sich die Parteien vergeblich um dieses riesige Potenzial. Vor allem die beiden Volksparteien SPD und CDU/CSU verzeichnen einen kontinuierlichen Vertrauensschwund.

Im aktuellen "Stern"-RTL-Wahltrend ermittelt Forsa den Anteil der Nichtwähler auf 30 Prozent. Das ist noch einmal 1 Prozent mehr als bei der Bundestagwahl 2009. Nur 33 Prozent aller Wahlberechtigten trauen der Union zu, die Probleme in Deutschland lösen zu können. Der SPD trauen dies sogar nur 9 Prozent zu. Forsa-Chef Manfred Güllner sieht das Problem weniger bei der SPD selbst, sondern vor allem in der geringen Zuneigung der Deutschen für den Kanzlerkandidaten. Im direkten Vergleich bringt es SPD-Herausforderer Peer Steinbrück auf gerade einmal auf 18 Prozent und liegt damit 40 Prozentpunkte hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Schwarz-Gelb könnte weitermachen

Wären am kommenden Wochenende Bundestagwahlen, könnte Merkel gemeinsam mit der FDP weiterregieren. Die Union kommt laut der Forsa-Sonntagsfrage wie in der Vorwoche auf 40 Prozent. Die FDP kann sich nochmals um 1 Prozentpunkt auf 6 Prozent verbessern. Die SPD gibt 2 Punkte ab und fällt mit 22 Prozent sogar wieder unter das Ergebnis von 2009 (23 Prozent). Die Grünen können sich von 13 auf 15 Prozent verbessern. Rot-Grün liegt damit 9 Prozentpunkte hinter dem bürgerlichen Lager von Union und FDP. Die Linken geben 1 Punkt ab und kommen auf aktuell 8 Prozent. Piraten und AfD sind mit jeweils knapp 2 Prozent nur noch unter den sonstigen Parteien (9 Prozent) vertreten.

Der ungewöhnlich hohe Anteil der nicht im Bundestag vertretenen Parteien - also jener 9 Prozent Sonstige - bedeutet, dass bereits 45,5 Prozent der gültigen Stimmen für eine regierungsfähige Mehrheit ausreichen würden.  Diese hätten Union und FDP derzeit erreicht.

Quelle: n-tv.de

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