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Nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof gibt es über 90 Anzeigen.
Nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof gibt es über 90 Anzeigen.(Foto: picture alliance / dpa)

Harte Antwort des Rechtsstaates: Merkel nennt Kölner Angriffe widerwärtig

Die Bundeskanzlerin fordert, dass die Behörden nach den Überfällen auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof konsequent durchgreifen. Die Täter müssten gefasst werden. Merkel informiert sich auch über den Stand der Ermittlungen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt dafür ein, mit der ganzen Härte des Rechtsstaates auf die Übergriffe von Köln zu reagieren. Es müsse alles daran gesetzt werden, die Schuldigen so schnell wie möglich zu ermitteln und zu bestrafen, ohne dass ihre Herkunft oder ihr Hintergrund dabei eine Rolle spiele, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. Zeugen zufolge sahen die Verdächtigen nordafrikanisch und arabisch aus.

Laut Seibert sprach Merkel mit der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker über die Vorgänge. "Die Bundeskanzlerin drückte ihre Empörung über diese widerwärtigen Übergriffe und sexuellen Attacken aus, die nach einer harten Antwort des Rechtsstaats verlangen."

Merkel ließ sich den Angaben zufolge von der Oberbürgermeisterin über die Ergebnisse des Krisentreffens von Polizei und städtischen Behörden vom Dienstag berichten. Auch mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière stehe die Bundeskanzlerin in engem Kontakt und lasse sich über die Ermittlungsarbeiten informieren.

"Feige und abscheuliche Übergriffe"

Ähnlich äußerten sich weitere Spitzenpolitiker. Die Übergriffe seien "abscheulich und nicht hinnehmbar", erklärte Innenminister Thomas de Maizière. Er warnte zugleich wie Justizminister Heiko Maas vor einem "Generalverdacht" gegen Flüchtlinge und vor "Pauschalisierungen".

De Maizière betonte, die offensichtliche Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund an den Taten dürfe "nicht dazu führen, dass nun Flüchtlinge gleich welcher Herkunft, die bei uns Schutz vor Verfolgung suchen, unter einen Generalverdacht gestellt werden". Wichtig sei jetzt, die Täter konsequent zu ermitteln. Maas erklärte, die "feigen und abscheulichen Übergriffe" würden nicht hingenommen.

In der Silvesternacht sollen dutzende Frauen auf dem Bahnhofsvorplatz in Köln aus Gruppen von Männern heraus angegriffen und bestohlen worden sein. Die Polizei hatte von Sexualdelikten in massiver Form und von einer Vergewaltigung gesprochen. Über die Täter ist bislang wenig bekannt. Bisher wurden rund 90 Anzeigen erstattet.

Auch aus Hamburg wurden ähnliche Attacken gemeldet. Demnach wurden in der Silvesternacht mehrere junge Frauen von Männern sexuell belästigt und bestohlen. Nach bisherigen Erkenntnissen handle es sich um zehn Fälle im Bereich der Reeperbahn, teilte die Polizei mit.

Quelle: n-tv.de

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