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Hollande und Merkel stoßen auf die Freundschaft an.
Hollande und Merkel stoßen auf die Freundschaft an.(Foto: dpa)

50 Jahre Élysée-Vertrag: Merkel will Französisch lernen

50 Jahre Élysée-Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich, das will gefeiert werden. Zum Auftakt treffen sich Merkel und Hollande mit jungen Leuten aus beiden Ländern. Und sympathisch sind sich Deutsche und Franzosen inzwischen auch - jedenfalls ein bisschen.

Zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Elysée-Vertrags ist Frankreichs Staatschef François Hollande von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin empfangen worden. Mit rund 200 jungen Menschen diskutierten die beiden Politiker im Kanzleramt über die deutsch-französischen Beziehungen, am Abend stand ein gemeinsames Essen auf dem Programm. Am Rande dürfte es laut Paris auch um die aktuelle Lage in Mali gehen.

Zu dem Treffen im Kanzleramt waren Studenten, Auszubildende und Berufseinsteiger aus beiden Ländern eingeladen. Merkel betonte bei dem Treffen, sie denke für spätere Jahre über Französisch-Stunden nach. "Ich würde das vielleicht gern einmal lernen, wenn ich nicht mehr so viel zu tun habe wie jetzt", sagte Merkel. "Ich bin ein wenig neidisch auf Sie." Ebenso wie Frankreichs Präsident Hollande kann Merkel die Sprache des anderen nicht. Beide unterhalten sich mit Hilfe von Dolmetschern oder auf Englisch miteinander.

Am Dienstag, dem Unterzeichnungstag des Elysée-Vertrags im Jahr 1963, sollen unter anderem gemeinsame Sitzungen der Regierungen und Parlamente Deutschlands und Frankreichs sowie ein Festkonzert stattfinden.

Europa "Lichtjahre" vorangekommen

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) befand, dank der Freundschaft zwischen Berlin und Paris sei Europa in den vergangenen 50 Jahren "historisch betrachtet geradezu Lichtjahre vorangekommen". "Fast keine der wesentlichen Veränderungen in Europa hätte stattfinden können ohne den Aussöhnungprozess zwischen Deutschland und Frankreich", sagte er bei einem Treffen von etwa 150 jungen Menschen aus beiden Ländern sowie aus Polen, Tunesien und den Balkanstaaten in Berlin. Zugleich mahnte er, "heute noch mehr als zu einem früheren Zeitpunkt der Geschichte die Augen für Europa und darüber hinaus" zu öffnen.

Neben den bilateralen Beziehungen dürfte es bei den Gesprächen in Berlin auch um die Eurokrise sowie den französischen Einsatz in Mali gehen. Frankreich kämpft seit eineinhalb Wochen an der Seite von malischen Regierungstruppen gegen islamistische Kämpfer, die seit Monaten die nördliche Hälfte des Landes kontrollieren. Die Bundeswehr leistet logistische Hilfe. Am Montag begann sie mit Unterstützungflügen für die Truppen der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS.

Irgendwie Freunde

Einer repräsentativen Umfrage des Instituts YouGov zufolge ist für 58 Prozent der Deutschen Frankreich der wichtigste strategische Partner in Europa. Für die Franzosen ist die strategische Partnerschaft demnach noch wichtiger: 75 Prozent geben an, dass Deutschland der wichtigste strategische Partner für ihr Land sei.

Während die Franzosen bei der Freundschaft ihren Schwerpunkt indes auf die Wirtschaft legen, steht bei den Deutschen der politische Aspekt im Vordergrund: 64 Prozent der Deutschen geben an, dass die Freundschaft für die Politik wichtig ist, gegenüber 56 Prozent der Franzosen. Befragt wurden Mitte Januar 1040 Deutsche und 858 Franzosen.

Auf die Frage an die Deutschen, ob ihnen die französischen Nachbarn "sehr sympathisch" seien, antworteten 17 Prozent mit Ja, 39 Prozent fanden sie "eher sympathisch". Umgekehrt sagten nur acht Prozent der Franzosen, dass ihnen die Deutschen "sehr sympathisch" sind. 32 Prozent finden die Deutschen "eher sympathisch".

Quelle: n-tv.de

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