Politik
"Da waren's nur noch drei" - den Spruch mit den Negerlein wollte sich Meuthen eigentlich verkneifen. Aber die Mikros liefen noch.
"Da waren's nur noch drei" - den Spruch mit den Negerlein wollte sich Meuthen eigentlich verkneifen. Aber die Mikros liefen noch.(Foto: dpa)
Montag, 25. September 2017

Als die Mikros noch laufen: Meuthen spricht von Ausschlussverfahren

Bei der ersten Pressekonferenz der AfD nach der Wahl lässt Parteichefin Petry die Bombe platzen: Sie steht für die Fraktion nicht zur Verfügung. Gauland und Meuthen sprechen im Anschluss kurz darüber - die Mikrofone sind noch angeschaltet

Die Pressekonferenz der AfD ist beendet, doch Jörg Meuthen und Alexander Gauland wissen offenbar nicht, dass die Mikrofone noch laufen. Am Morgen hatte Parteichefin Frauke Petry für einen Eklat gesorgt und erklärt, dass sie nicht Teil der Bundestagsfraktion der AfD sein wird. Danach hatte sie den Raum der Bundespressekonferenz verlassen.

"Jetzt nehmen wir erstmal zur Kenntnis, was sie gesagt hat", sagt Bundessprecher Jörg Meuthen zum Spitzenkandidaten Alexander Gauland, während im Hintergrund die Kameras der Fotografen klicken. Es geht um Frauke Petry. "Das ist parteischädigendes Verhalten", sagt er kurz danach betont leise. Alexander Gauland entgegnet in der Tonspur, die uns vorliegt: "Das ist unstrittig." Dann sagt Meuthen: "Das ist Thema für ein PAV." PAV ist die Abkürzung für ein Parteiausschlussverfahren. Danach fangen die beiden eine Unterhaltung mit den umstehenden Fotografen an.

Aufgezeichnet haben die Mikrofone auch, wie Jörg Meuthen direkt nach dem Ende der Pressekonferenz zu Gauland bezüglich der geschrumpften Besetzung auf dem Podium sagt: "Am Anfang waren wir vier, jetzt noch drei - wir sagen jetzt aber nicht 'wie bei den kleinen Negerlein' sonst sind wir wieder Rassisten." "Also wenn dann: Maximalpigmentierte."

Petry soll Partei verlassen

In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" forderte Meuthen wenig später Petry zum Austritt aus der Partei auf. Damit könne sie "ein mögliches Parteiausschlussverfahren verkürzen", so Meuthen. Er ergänzte: "Ich würde Frau Petry empfehlen - nach dem, was sie heute getan hat - die Konsequenz zu ziehen und die Partei zu verlassen und ihr Parteiamt niederzulegen."

Meuthen warf Petry eine "ausgeprägt machtpolitische Attitüde" vor. Mit ihrem Verhalten habe sie gezeigt, "dass sie keine Teamplayerin ist". Möglicherweise werde Petry nun versuchen eine eigene Fraktion zu gründen, was ihr aber nicht gelingen werde.

Zuvor hatte bereits Spitzenkandidatin Alice Weidel gefordert, dass Petry die Partei verlässt. Sie sagte: "Nach dem jüngsten Eklat von Frauke Petry, der an Verantwortungslosigkeit kaum zu überbieten war, fordere ich sie hiermit auf, ihren Sprecherposten niederzulegen und die Partei zu verlassen, um nicht weiteren Schaden zu verursachen." AfD-Vorstandsmitglied André Poggenburg sagte, nur so könne Petry "einem Antrag auf Parteiausschluss zuvorkommen".

Quelle: n-tv.de

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