Politik
Gysi (rechts) und der Spitzenkandidat der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Helmut Holter.
Gysi (rechts) und der Spitzenkandidat der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Helmut Holter.(Foto: dpa)

Rabiater Wahlkampf in MV: NPD stört Gysi-Auftritt

Bei einer Wahlkampfveranstaltung der Linken in Mecklenburg-Vorpommern taucht ein ungebetener Gast auf: Udo Pastörs von der rechtsradikalen NPD pöbelt gegen Gysi und wird unter Hinweis auf das Hausrecht hinausbefördert. Um den erneuten Einzug in den Schweriner Landtag mussdie NPD nach neuesten Umfragen zittern.

Die rechtsradikale NPD zeigt sich im Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern wenig zimperlich. In Ueckermünde erscheint der Landtagsabgeordnete Udo Pastörs ungebeten auf einer Veranstaltung der Linkspartei und forderte den anwesenden Fraktionschef Gregor Gysi zu einem Rededuell auf.

Gysi ließ sich nach Aussagen von Augenzeugen nicht beirren und setzte seinen Redebeitrag fort. Der Besitzer des Gasthauses, in dem die Veranstaltung mit Gysi und dem Spitzenkandidaten der Linken in Mecklenburg-Vorpommer, Helmut Holter, stattfand, forderte Pastörs schließlich unter dem Hinweis auf sein Hausrecht auf, sich zu entfernen. Wie die Polizei in Ueckermünde mitteilte, kam der 2010 wegen Volksverhetzung verurteilte Pastörs dieser Aufforderung nach. Allerdings störte die NPD die Veranstaltung der Linken weiterhin mit einem Lautsprecherwagen.

Die NPD hatte unweit des Gasthauses einen eigenen Wahlkampfstand. Warum ausgerechnet diese beiden Parteien so nahe beieinander Wahlkampf betreiben, konnte die Polizei Ueckermünde nicht sagen: "Wir finden das aber nicht günstig", kommentierte ein Polizist.

SPD kann Sekt kaltstellen

In der neuesten Umfrage vor der Landtagswahl kommt die NPD trotz der rabiaten Wahlkampfmethoden nur auf 4,5 Prozent der Stimmen. Damit ist der erneute Einzug in den Schweriner Landtag in Gefahr. Die SPD mit Ministerpräsident Erwin Sellering kann ihren Vorsprung halten. Sie kommt auf 36 Prozent der Stimmen, die CDU auf 26, die Linke liegt bei 17 Prozent, wie aus einer Infratest-dimap-Erhebung hervorgeht. Die Grünen kommen demnach auf 8 Prozent und würden erstmals in den Landtag einziehen. Die FDP erreicht 4,5 Prozent.

Damit ist sowohl eine Fortsetzung der großen Koalition als auch ein rot-rotes Bündnis möglich. Auch eine rot-grüne Koalition wäre denkbar, wenn FDP und NPD nicht in den Landtag kommen sollten. 54 Prozent der Wahlberechtigten finden laut der Umfrage, dass die Fortsetzung der Koalition aus SPD und CDU "gut für Mecklenburg-Vorpommern" wäre. Über ein Bündnis aus SPD und Grünen denken dies 38 Prozent, über eine rot-rote Koalition 37 Prozent. Dass eine schwarz-gelbe Koalition aus Union und FDP "gut" wäre, denken nur 19 Prozent.

Großes Vertrauen genießt der amtierende Regierungschef: Wenn die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 62 Prozent für Sellering entscheiden. Sein Herausforderer Lorenz Caffier von der CDU käme auf nur 17 Prozent.

Video

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen