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Donnerstag, 10. August 2017

Dringlichkeitssitzung in Seoul: Nordkorea bereitet Angriffsplan für Guam vor

Nordkoreas Militärführung legt im bisher verbal geführten Streit mit den USA nach. US-Präsident Trump sei ein "Typ bar jeder Vernunft", dem nur mit "absoluter Stärke" beizukommen sei. Pjöngjangs Militär arbeite deshalb nun an einem Angriffsplan für Guam.

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 Südkoreas Nationaler Sicherheitsrat hält im Lauf des Tages eine Dringlichkeitssitzung wegen des zunehmend eskalierenden Konflikts mit Nordkorea ab. Präsident Moon Jae In wird um 15.00 Uhr (Ortszeit; 8.00 Uhr MESZ) mit dem Leiter des Gremiums, Chung Eui Yong, sowie weiteren Sicherheitsberatern sprechen. Das teilte ein Sprecher des Präsidialamts mit.

Nordkorea hat indes seine Drohung mit einem Angriff auf die US-Pazifikinsel Guam erneuert. Bis Mitte August solle der Einsatzplan stehen, um vier Mittelstreckenraketen vom Typ Hwasong-12 auf Guam abzufeuern, berichteten staatliche Medien. Der Plan werde Staatschef Kim Jong Un vorgelegt, der dann über das weitere Vorgehen entscheiden werde. Die Raketen würden 30 bis 40 Kilometer vor Guam im Meer niedergehen, zitierte die Nachrichtenagentur KCNA den Chef der strategischen Streitkräfte, General Kim Rak Gyom.

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Scharfe Angriffe richtete Nordkorea gegen US-Präsident Donald Trump. "Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen", hieß es in einer Stellungnahme der Streitkräfte, aus der die nordkoreanische Staatsagentur KCNA zitierte.

Trump habe "wieder eine Menge Unsinn zu 'Feuer und Wut' abgelassen", er erkenne offensichtlich nicht den Ernst der Lage und der jüngsten Stellungnahmen aus Pjöngjang. Dem nordkoreanischen Militär gehe das "ziemlich auf die Nerven", hieß es weiter.

Mattis warnt ebenfalls

Nach Trump hat auch Verteidigungsminister Jim Mattis den Ton im Atomstreit mit Nordkorea verschärft. Das kommunistische Land sei den USA und ihren Verbündeten militärisch deutlich unterlegen, erklärte Mattis und warnte nachdrücklich vor allen "Aktivitäten, die zum Ende des Regimes und zur Vernichtung seines Volkes führen würden". Mattis rief die Regierung in Pjöngjang auf, ihr Programm zur Entwicklung atomarer Waffen aufzugeben.

US-Außenminister Rex Tillerson sagte dagegen, es gehe "keine unmittelbare Bedrohung" von Nordkorea aus. Eine Sprecherin seines Ministeriums war danach um Erklärungen bemüht. "Wir sprechen alle mit einer Stimme."

Trump: Feuer und Wut

Trump hatte zuvor seine bislang schärfste Warnung an die Staatsführung in Pjöngjang gerichtet. "Nordkorea sollte den USA besser nicht mehr drohen", sagte er am Dienstagabend. "Sie werden mit Feuer und Zorn getroffen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat."

Trumps Warnung folgte auf die Veröffentlichung eines japanischen Militärberichts, wonach Nordkorea beim Atomwaffenprogramm erhebliche Fortschritte gemacht hat und möglicherweise über Atomsprengköpfe verfügt.

Quelle: n-tv.de

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