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Freitag, 22. September 2017

Verbale Eskalation geht weiter: Nordkorea erwägt H-Bombentest über Pazifik

Mit neuen Schreckensvisionen reagiert Nordkorea auf die Vernichtungs-Drohungen aus den USA. Außenminister Ri berichtet, sein Land könne den Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifik in Erwägung ziehen - und zwar in "nicht dagewesenem Ausmaß".

Nach einer zwischenzeitlichen Beruhigung nimmt der verbale Schlagabtausch zwischen den USA und Nordkorea wieder Fahrt auf. Als Reaktion auf die martialischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat Nordkoreas Außenminister die Möglichkeit eines Wasserstoffbomben-Tests über dem Pazifik angedeutet.

Am Rande der UN-Vollversammlung in New York sagte Ri Yong Ho vor Journalisten, Pjöngjang könne in Erwägung ziehen, eine Wasserstoffbombe außerhalb des eigenen Staatsgebietes zu zünden. "Ich denke, es könnte ein Wasserstoffbombentest in nicht dagewesenem Ausmaß vielleicht über dem Pazifik sein", sagte er. Die Entscheidung liege jedoch "bei unserem Führer".

Wenige Stunden zuvor hatte der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un auf die Drohungen Trumps vor der UN-Vollversammlung reagiert. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA erklärte Kim, er werde "den Mann, der die Hoheit über das Oberkommando in den USA hat, für seine Rede teuer bezahlen lassen". Trump habe "mich und mein Land vor den Augen der Welt beleidigt und die wildeste Kriegserklärung der Geschichte abgegeben". Er werde "den geistig umnachteten senilen Amerikaner sicher und endgültig mit Feuer zähmen", sagte Kim und drohte die "kompromisslosesten Gegenmaßnahmen der Geschichte" an.

Nordkoreas Außenminister spricht in New York

Trump hatte am Dienstag bei der UN-Vollversammlung in New York gedroht, Nordkorea bei einem Angriff "total zu zerstören". Das Atomprogramm des Landes stellte er als Gefahr für die ganze Welt dar. Eine Rede von Nordkoreas Außenminister bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York wird für den heutigen Samstag erwartet.

Derweil kündigte nach den USA auch die Europäische Union neue Sanktionen gegen Pjöngjang an. Dabei soll es um ein Verbot von Investitionen in Nordkorea gehen, das für sämtliche Wirtschaftszweige gelten soll, wie es aus EU-Diplomatenkreisen hieß.

Die EU will die neuen Sanktionen im Oktober verabschieden. Diese Grundsatzentscheidung trafen die für Sicherheitsfragen zuständigen EU-Botschafter am Donnerstagabend, wie es aus EU-Diplomatenkreisen hieß. Dabei sollen auch Ölausfuhren in das Land künftig untersagt werden. Zudem sollen Einreiseverbote und Kontosperren für weitere nordkoreanische Personen, Organisationen und Unternehmen verhängt werden.

USA verkünden harte Sanktionen

US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor neue, harte Sanktionen gegen Nordkorea verkündet. Die Strafmaßnahmen der USA zielen darauf ab, jeglichen Handel mit Nordkorea zu unterbinden. Banken weltweit können künftig keine Geschäfte mehr mit Nordkorea abwickeln, ohne dabei straffrei Geschäftsbeziehungen in oder mit den USA zu unterhalten. "Jede Bank steht vor einer klaren Entscheidung", sagte Trump in New York. "Geschäfte mit den USA oder Geschäfte mit Nordkorea."

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und Südkoreas Präsident Moon Jae In begrüßten die Entscheidung Trumps. "Wir begeben uns auf eine neue Stufe des Drucks", sagte Abe. Japan unterstütze diesen Schritt "von Herzen". Auch Moon sagte, sein Land werde seine eigenen Schritte mit denen der USA eng abstimmen. Er betonte jedoch auch, es gehe seinem Land nicht um einen Kollaps des Nachbarstaates. Seoul und die Weltgemeinschaft unternähmen alles nur mögliche, um den Atomkonflikt mit Pjöngjang friedlich beizulegen.

Quelle: n-tv.de

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