Politik
200.000 Menschen kamen, um Papst Franziskus in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez zu sehen.
200.000 Menschen kamen, um Papst Franziskus in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez zu sehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Humanitäre Katastrophe in Mexiko: Papst beklagt Drama an US-Grenze

Am letzten Tag seiner Mexiko-Reise besucht Papst Franziskus einen symbolträchtigen Ort. Nur wenige Meter von der US-Grenze entfernt erinnert er an Migranten, die auf der Suche nach einem besseren Leben "verklavt, verschleppt und erpresst" werden.

Direkt an der Grenze zwischen Mexiko und den USA hat Papst Franziskus an die humanitäre Katastrophe in dieser Region erinnert. Mit einem dringenden Appell zum Schutz von Migranten vor kriminellen Banden beendete er am Mittwoch (Ortszeit) in der nördlichen Grenzstadt Ciudad Juárez der Unruheregion Chihuahua einen mehrtägigen Besuch in Mexiko. Präsident Enrique Peña Nieto verabschiedete den Pontifex am Ende seiner ersten Mexiko-Reise. Das Flugzeug mit dem Papst startete am Abend in Richtung Rom.

Auch im texanischen El Paso auf der anderen Seite der Grenze war das Interesse an Franziskus groß.
Auch im texanischen El Paso auf der anderen Seite der Grenze war das Interesse an Franziskus groß.(Foto: AP)

"Wir können die humanitäre Krise nicht leugnen", hatte Franziskus zuvor vor mehr als 200.000 Menschen auf einem Messegelände in Ciudad Juárez gesagt. Weitere Zehntausende verfolgten die Messe live in einem Stadion des benachbarten El Paso im US-Bundesstaat Texas. Der Papst war am letzten Tag seines Mexiko-Besuches an die massiven Absperreinrichtungen abgeriegelte US-Grenze gereist.

Drogen, Gewalt und Sklaverei

Franziskus klagte über die "schrecklichen Ungerechtigkeiten", die viele Migranten aus Lateinamerika in der Grenzregion erleiden müssten. Jedes Jahr versuchen Zehntausende Menschen, die Grenze zu den USA auf der Flucht vor Armut und Gewalt zu passieren. Viele diese Menschen gerieten in die Hände von Menschenschmugglern und würden "versklavt, verschleppt und erpresst", sagte der 79 Jahre alte Pontifex. Die Migranten würden nicht nur unter der Armut, sondern zudem unter dieser Gewalt leiden.

Jugendliche treffe diese Ungerechtigkeit in noch radikalerer Form, mahnte Franziskus: "Sie werden wie 'Kanonenfutter' verfolgt und bedroht, wenn sie versuchen, aus der Spirale der Gewalt und der Hölle der Drogen auszubrechen". Die menschliche Tragödie der Zwangsmigration sei heute ein globales Phänomen.

Einer der gefährlichsten Orte der Welt

Der Papst erinnerte auch an das Schicksal von Dutzenden von ermordeten Frauen in Ciudad Juárez. Die Stadt ist seit langem Drehkreuz für Drogenhandel und Armutsmigration im Norden Mexikos. Jahrelang galt sie als einer der gefährlichsten Orte der Welt.

Zuvor hatte Franziskus eine Haftanstalt in Ciudad Juárez besucht. Dort kritisierte er die miserablen Zustände in vielen Gefängnissen und forderte eine menschlichere Behandlung für straffällige Menschen. Menschenrechtler prangern seit Jahren die Haftbedingungen in mexikanischen Gefängnissen als katastrophal an. Erst vor einer Woche waren nach einem Streit zwischen Häftlingen in einer Anstalt des nördlichen Bundesstaates Nuevo León 49 Menschen ums Leben gekommen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen