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Frankreichs ganzer Stolz: Die "Charles de Gaulle" ist das größte und teuerste Schiff der französischen Marine.
Frankreichs ganzer Stolz: Die "Charles de Gaulle" ist das größte und teuerste Schiff der französischen Marine.(Foto: REUTERS)

Flugzeugträger mit Atomantrieb: Paris entsendet die "Charles de Gaulle"

Feuerkraft aus Frankreich: Im Kampf gegen den IS-Terror setzt die Regierung in Paris auf massive Verstärkung. Das Flaggschiff der französischen Marine wirft kommende Woche die Leinen los, um vom Persischen Golf aus zusätzliche Kampfjets in den Einsatz zu senden.

Der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle" bricht kommende Woche auf, um sich an den Luftangriffen gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu beteiligen. Das Flaggschiff der französischen Marine wird den Persischen Golf ansteuern, um von dort aus Angriffe gegen die fanatischen Islamisten zu fliegen.

Ungewöhnlicher Wohn- und Arbeitsort für knapp 2000 Menschen: An Bord der "Charles de Gaulle" (hier mit einem Versorgungsschiff) befinden sich 40 Jets, reichlich Treibstoff, 500 Tonnen Munition und zwei Druckwasserreaktoren.
Ungewöhnlicher Wohn- und Arbeitsort für knapp 2000 Menschen: An Bord der "Charles de Gaulle" (hier mit einem Versorgungsschiff) befinden sich 40 Jets, reichlich Treibstoff, 500 Tonnen Munition und zwei Druckwasserreaktoren.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Das Flugzeugträgergeschwader werde den Marinehafen Toulon am Mittwoch verlassen, teilte Frankreichs Regierungssprecher Stéphane Le Foll mit. Auf seiner Station vor Ort wird das nuklear angetriebene Großkampfschiff erst nach einer gut dreiwöchigen Überfahrt erwartet. Die "Charles de Gaulle" werde Mitte Dezember im Persischen Golf eintreffen, sagte Le Foll.

Erneut gegen den IS

Frankreich bringt damit sein größtes und schlagkräftigstes Waffensystem gegen den IS in Stellung: Die in den frühen 1990er Jahren gebaute "Charles de Gaulle" ist derzeit der einzige französische Flugzeugträger. Das Schiff war bereits von Februar bis März im Einsatz gegen die Extremisten im Irak und liegt derzeit noch zu Wartungsarbeiten in Toulon.

Gefährlicher Arbeitsplatz: Spezialisten an Deck weisen den Piloten in ihren waffenstarrenden Rafales die richtige Startposition zu.
Gefährlicher Arbeitsplatz: Spezialisten an Deck weisen den Piloten in ihren waffenstarrenden Rafales die richtige Startposition zu.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Frankreich beteiligt sich seit September 2014 am US-geführten Einsatz gegen die Extremisten im Irak und fliegt seit September 2015 auch Angriffe in Syrien. Durch die Entsendung der Schiffe werden die französischen Kräfte in der Region deutlich aufgestockt.

Zwölf Flieger aus Frankreich

Bisher sind sechs Rafale-Kampfflugzeuge in den Vereinigten Arabischen Emiraten stationiert. Sechs Mirage-Flugzeuge operieren von Militärbasen in Jordanien aus. Mit der schwimmenden Versorgungsplattform in Form eines Flugzeugträgers vor der Küste Saudi-Arabiens können die französischen Militärs die Zahl der Luftschläge erhöhen.

Das Flugdeck des Schiffes bietet Platz für bis zu 40 Maschinen. Üblicherweise beherbergt der Träger mehrere Staffeln mit Kampfjets vom Typ "Rafale Marine" und "Super-Etendard". Dazu kommen Aufklärungsflugzeuge, Transporthubschrauber und Spezialeinheiten zur Rettung verunglückter Piloten. Die Besatzung umfasst knapp 2000 Seeleute und Marinesoldaten.

Strahlende Areva-Technik im Inneren

Gebaut wurde die "Charles de Gaulle" in einer Spezialwerft des teilstaatlich-französischen Rüstungskonzern DCNS in Brest an der französischen Atlantikküste. Heimathafen des Flaggschiffs ist der südfranzösische Marinestützpunkt Toulon am Mittelmeer. Die nukleare Antriebstechnik stammt von dem französischen Atomkonzern Areva.

Dank der beiden Druckwasserreaktoren an Bord erreicht das rund 262 lange und 64 Meter breite Schiff eine Geschwindigkeit von 27 Knoten (rund 50 Kilometer in der Stunde). Theoretisch kann die "Charles de Gaulle" damit nahezu unbegrenzt von Einsatzgebiet zu Einsatzgebiet kreuzen. Allerdings reichen die Vorräte an Lebensmitteln, Munition und an Dingen des täglichen Bedarfs üblicherweise nur für eine Fahrtdauer von etwa 45 Tagen.

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Quelle: n-tv.de

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