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Tsipras ruft Griechen zur Ruhe auf: Pensionsfonds kann keine Renten mehr zahlen

Angesichts geschlossener Banken und der eingeführten Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland kündigt ein erster Pensionsfonds an, die für heute geplante Auszahlung der Renten auszusetzen. Dafür sollen ab Mittwoch vorübergehend 1000 Bankfilialen nur für Rentner geöffnet werden.

Angesichts der geschlossenen Banken und der Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland hat der Pensionsfonds IKA angekündigt, an diesem Dienstag keine Renten auszuzahlen. Dazu sei der Fonds aufgrund der Probleme nicht in der Lage.

In einer Pressemitteilung hieß es, die betroffenen Rentner, die beim Telekommunikationsunternehmen OTE, welches zu 40 Prozent der Deutschen Telekom gehört, gearbeitet haben, würden über den Zeitpunkt der Rentenzahlung in einer separaten Mitteilung informiert. Von der Verzögerung sind laut Daten des griechischen Arbeitsministeriums 57.000 Menschen betroffen.

Die Deutsche Telekom teilte mit, sie halte ihrem griechischen Ableger OTE trotz einer Zuspitzung der Schuldenkrise die Treue. OTE stehe auf einem soliden Fundament, sagte ein Telekom-Sprecher.

Banken öffnen für Rentner

Weil viele Rentner weder EC- noch Kreditkarte besitzen, sollen ab Mittwoch vorübergehend 1000 Bankfilialen nur für Rentner geöffnet werden. Dadurch sollen die Pensionäre an ihre Bezüge kommen, erklärte das Finanzministerium. Die Filialen sollen zu diesem Zweck bis Freitag geöffnet bleiben. Die Auszahlungen sind allerdings auf 120 Euro beschränkt. Ein Großteil der Renten in Griechenland wird traditionell in bar ausgezahlt.

Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte seine Landsleute zuvor zur Besonnenheit aufgerufen und erneut betont, "Geldeinlagen in griechischen Banken sind absolut sicher". Auch seien Gehälter und Renten "garantiert". In den kommenden Tagen seien Geduld und Gelassenheit nötig. Die kritische Situation könne überwunden werden.

Als Auslöser für die Bankschließungen und Kapitalverkehrskontrollen gilt der Beschluss der Europäischen Zentralbank vom Sonntag, die Notkredite für griechische Banken zunächst einzufrieren. Dies setzt die Kreditinstitute unter Druck, da der bewilligte Kreditrahmen dem Vernehmen nach bereits ausgeschöpft war. Noch fataler wäre jedoch eine Entscheidung gewesen, die Notfall-Liquiditätshilfen (ELA) ganz zu kappen. Denn streng genommen dürfen diese Kredite nur an Banken vergeben werden, die einen vorübergehenden finanziellen Engpass haben - was im Fall Griechenland umstritten ist. Die EZB will am Mittwoch wieder über die ELA-Kredite entscheiden.

Die Verhandlungen über eine Rettung Griechenlands vor der drohenden Staatspleite waren am Samstag gescheitert, nachdem Athen das Angebot der Gläubiger ablehnte und ein Referendum mit negativer Abstimmungsempfehlung für den 5. Juli ankündigte.

Quelle: n-tv.de

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