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AfD-Anhänger bei einer Demonstration im bayerischen Freilassing.
AfD-Anhänger bei einer Demonstration im bayerischen Freilassing.(Foto: AP)

Umfrage skizziert Anhängerschaft: Pessimisten wählen AfD

Acht Prozent der Deutschen würden laut Stern-RTL-Wahltrend AfD wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Das Umfrageinstitut Forsa nimmt die Anhänger der Partei genauer unter die Lupe.

Die Spaltung vor wenigen Wochen, die Ächtung durch weite Teile des politischen Berlins, kritische Berichte in den als Pinochio-Presse gescholtenen Medien: Die Alternative für Deutschland (AfD) ficht das nicht an. Schließlich gehört genau das zum Selbstverständnis der rechten Partei: Ziele zu verfolgen, egal, ob man dafür kritisiert wird. Die ständige Kritik "müssen wir aushalten, wahrscheinlich noch Jahre", sagte Chefin Frauke Petry vor wenigen Tagen beim Parteitag der AfD.

Dass die beklagten Anfeindungen ihrer Partei keinesfalls schaden, zeigt der aktuelle Stern-RTL-Wahltrend. Im Gegenteil: Die AfD kommt in der Sonntagsfrage auf 8 Prozent der Stimmen - ein deutlich besserer Wert als die bundesweit ebenfalls außerparlamentarische FDP. Damit liegt sie nahezu gleichauf mit den Oppositionsparteien Linke und Grüne. Im Vergleich zur Vorwoche verbessert sich die AfD um 2 Prozentpunkte.

Das Institut Forsa wertet aus diesem Anlass Ergebnisse mehrerer Umfragen der vergangenen Wochen aus. Es wurden die Einstellungen der AfD-Anhänger zu verschiedenen Themen denen aller Bundesbürger gegenübergestellt. Die Ergebnisse offenbaren die Nähe der AfD zu Pegida. Außerdem zeigen sie, wie sehr die Partei von der Diskussion über Geflüchtete in Deutschland profitiert. Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • AfD-Anhänger haben eine pessimistische Grundeinstellung zum Leben in der Bundesrepublik Deutschland. 96 Prozent sind der Ansicht, "die Dinge in Deutschland entwickeln sich in die falsche Richtung". Zum Vergleich: Dies sehen lediglich 2 Prozent aller Deutschen so. Nicht ganz so weit, aber dennoch deutlich gehen die Werte zu der Aussage "Mit den Lebensverhältnissen in Deutschland bin ich unzufrieden" auseinander: 40 Prozent der AfD-Anhänger denken so, nur 18 Prozent aller Bundesbürger. Die wirtschaftlichen Aussichten bewerten 78 Prozent der AfD-Anhänger als negativ, nur 44 Prozent sind es bei allen Bundesbürgern.
     
  • Signifikant sind auch die Ergebnisse bei Fragen zu Flüchtlingen. Von der Zahl der Flüchtlinge persönlich beunruhigt fühlen sich runde 100 Prozent der AfD-Anhänger. Unter allen Deutschen ist es lediglich die Hälfte. Flüchtlinge in der eigenen Gemeinde als störend wahrgenommen haben 36 Prozent der AfD-Anhänger, lediglich 8 Prozent aller Deutschen. Und nur 10 Prozent der AfD-Wähler glauben, dass sich die Geflüchteten gut in unsere Gesellschaft integrieren werden - im Vergleich dazu: 53 Prozent der Deutschen sind genau dieser Überzeugung.
     
  • Die Nähe zu Pediga zeigt dieses Ergebnis: 70 Prozent der AfD-Wähler finden, Pegida-Demonstranten stehen stellvertretend für die breite Mitte der Gesellschaft. Das sehen dagegen nur 22 Prozent aller Bundesbürger so.
     
  • Ein Fragenkomplex klärt das Verhältnis der AfD-Wählerschaft zur im Bund mitregierenden Union. Mit der Politik von Kanzlerin Angela Merkel sind nur 16 Prozent der AfD-Anhänger einverstanden. 80 Prozent trauen dagegen CSU-Chef Horst Seehofer in der Flüchtlingsfrage zu, das Richtige zu tun.

Im Zusammenhang mit dem letzten Befund ist eine regionale Besonderheit der AfD-Wählerschaft interessant: Bundesweit kommt die AfD auf 8 Prozent, in den ostdeutschen Bundesländern auf 16 Prozent - und in Bayern auf 10 Prozent. Für Forsa-Chef Manfred Güllner ein weiterer Beleg dafür, "dass Seehofers Attacken gegen die Kanzlerin und ihre Flüchtlingspolitik den rechten Rand der CSU keinesfalls binden, sondern in die Arme des rechtsradikalen Originals treiben".

Quelle: n-tv.de

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