Politik

Jordanier war leichte Beute für IS: Pilotin soll für Abschuss verantwortlich sein

Wie konnte der IS den jordanischen Piloten vom Himmel schießen? Arabische Medien behaupten, dass eine Pilotin aus den Emiraten Soldat Muaz al-Kasasbeh zum Sinkflug aufgefordert habe, damit die beiden Maschinen nicht kollidierten.

Mariam al-Mansuri ist Kampfpilotin für die Vereinigten Arabischen Emirate. Ihr Name taucht nun in arabischen Medien auf, weil sie ihren jordanischen Kollegen zum Sinkflug aufgefordert haben soll.
Mariam al-Mansuri ist Kampfpilotin für die Vereinigten Arabischen Emirate. Ihr Name taucht nun in arabischen Medien auf, weil sie ihren jordanischen Kollegen zum Sinkflug aufgefordert haben soll.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der jordanische Pilot Muaz al-Kasasbeh wurde möglicherweise wegen eines schweren Fehlers zum Ziel einer IS-Rakete. Arabische Medien berichten, der Jordanier sei kurz zuvor in eine Rangelei mit einem Flugzeug der Vereinigten Arabischen Emirate verwickelt gewesen. Die Berichte berufen sich dabei auf "militärische Quellen" aus Jordanien. Offiziell ist dies nicht bestätigt.

Unter anderem das Portal "Al-Bayan" schreibt, der Vater des jungen jordanischen Piloten mache der emiratischen Pilotin Mariam al-Mansuri schwere Vorwürfe. Demnach soll sie das Flugzeug gesteuert haben, mit dem Kasasbeh am 24. Dezember fast kollidiert sei. Beide Maschinen seien kurz vor dem Unfall in großer Höhe geflogen. Al-Mansuri habe ihren jordanischen Kollegen angewiesen, sein Flugzeug niedriger fliegen zu lassen.

Die beiden Kampfpiloten hatten einen Stützpunkt des IS im Visier, an dem sich ein hoher Kommandeur der Dschihadisten aufhalten sollte. Das Manöver sei ohnehin gefährlich gewesen, weil sich auf einem nahegelegenen Berg bekanntermaßen tschetschenische Einheiten des IS verschanzt hatten, die über Luftabwehrraketen verfügten. Laut dem Portal "hournews.net" wurde Al-Mansuri Zeugin des Abschusses von Kasasbeh, unterrichtete aber zunächst niemanden darüber.

Die Emirate sind Teil der Anti-IS-Koalition, haben aber direkt nach dem Absturz des jordanischen Kampfflugzeugs mitgeteilt, keine weiteren Angriffe mehr zu fliegen. Offiziell wurde dies damit begründet, zuerst müsse sichergestellt sein, dass abgestürzte oder notgelandete Piloten aus der Koalition sicher aus dem IS-Gebiet herausgeholt werden könnten.

Der jordanische Pilot Muaz al-Kasasbeh hatte den Absturz nahe der syrischen IS-Hochburg Rakka überlebt und war von Milizionären gefangengenommen worden. Kurze Zeit später ermordeten sie den 26-Jährigen, indem sie ihn bei lebendigem Leib verbrannten. Ein Video, das die Tat zeigt, sorgte in dieser Woche weltweit für Entsetzen.

Quelle: n-tv.de

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