Politik

Verdienstkreuz für Festnahme: Politiker fordern Auszeichnung für Syrer

Vertreter mehrerer Parteien überschütten die jungen Männer, die den Terrorverdächtigen in Leipzig überwältigten, mit Lob. Unter anderem das Bundesverdienstkreuz sollen sie bekommen. Wichtiger dürfte für die Flüchtlinge aber etwas anderes sein.

Aus der Regierungskoalition gibt es Forderungen nach einer Auszeichnung der drei Syrer, die den Terrorverdächtigen überwältigt und der Polizei übergeben haben. "Die jungen Männer haben das Bundesverdienstkreuz verdient", sagte der SPD-Verteidigungsexperte Johannes Kahrs der "Bild"-Zeitung. "Was sie getan haben, zeugt von tiefem Respekt gegenüber ihren deutschen Gastgebern. Mehr Ankommen, mehr Integration ist kaum vorstellbar. Das ist vorbildlich."

Auch der CDU-Außenpolitiker Jürgen Klimke hält dem Bericht zufolge eine Auszeichnung der jungen Männer mit dem Bundesverdienstkreuz für angemessen. Eine solche Ehrung sei ein "starkes Signal in beide Richtungen - in die deutsche Bevölkerung und gegenüber anderen Flüchtlingen: Anerkennung, Dank und 'Mut lohnt sich'", sagte Klimke. Er werde sich persönlich dafür einsetzen.

Der 22-jährige Terrorverdächtige war in der Nacht zum Montag in Leipzig von Landsleuten, bei denen er offenbar übernachten wollte und die in ihm den gesuchten Verdächtigen erkannten, überwältigt und gefesselt worden. Danach informierten die Männer die Polizei, die den Mann schließlich festnahm.

Wichtiger als ein Orden dürfte für die viel gelobten Flüchtlinge allerdings etwas anderes sein. Der Linken-Politiker André Hahn forderte, ihnen zügig Asyl zu gewähren. "Das wäre ein ganz wichtiges Signal an alle hilfebedürftigen und ehrlichen Flüchtlinge", sagte er im Bayerischen Rundfunk.

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Ansgar Heveling, forderte, über die Asylanträge der drei Bezwinger rasch zu entscheiden. "Was die drei gemacht haben, ist eine couragierte und sehr anerkennenswerte Leistung", sagte der CDU-Politiker der "Berliner Zeitung". "Die Asylanträge sollten rasch, aber normal geprüft werden wie andere Anträge auch. Und sicher wird es auch eine Gelegenheit geben, ihre engagierte Tat angemessen zu würdigen."

Der Verdächtige soll Angriffe auf Züge in Deutschland und auf Flughäfen in Berlin geplant haben. Bei der Durchsuchung einer von ihm genutzten Wohnung in Chemnitz wurde hochexplosiver Sprengstoff gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 22-Jährige Verbindungen zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte. Er war im Februar 2015 als Flüchtling in Deutschland registriert worden.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen