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Sicherheitsabstand und Autos: Politiker marschierten von Paris getrennt

Solidarität mit den Opfern des Terrors in Paris, das sollte ein Foto mit internationalen Spitzenpolitikern ausdrücken. Mehrere Millionen Menschen marschieren - die Staatenlenker machen ihre Aufnahme abseits der Menge.

Millionen Menschen gingen am Sonntag in Frankreich auf die Straße, um ihre Anteilnahme für die Opfer des Anschlages auf "Charlie Hebdo" auszudrücken. Darunter waren auch Dutzende Spitzenpolitiker aus aller Welt. Doch das Foto aus der französischen Hauptstadt, auf dem unter vielen anderen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Frankreichs Präsident Francois Hollande zu sehen sind, zeigte nur eingeschränkt das, was es vermuten lässt.

Die Aufnahme ging um die Welt und suggerierte, die Staatschefs führten als Teil einer Menschenmenge einen Trauermarsch durch die französische Metropole. Doch stattdessen gingen die Politiker mit einem Abstand vor der Menge und auf einer verkürzten Route, meldet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf einen Fotografen der Deutschen Presse-Agentur. n-tv.de hatte zunächst entsprechend mehrerer französischer und britischer Medien berichtet, das Foto sei in einer abgesperrten Straße entstanden.

"Le Monde" schreibt, das Foto sei nahe der Pariser Metro-Station Voltaire entstanden. Kurz nach der Aufnahme seien alle hochrangigen Politiker in Autos gestiegen und weggefahren. Hollande und Premierminister Manuel Valls gingen zugleich zu den Überlebenden des Attentats in die "Charlie Hebdo"-Redaktion.

Die Reaktionen auf das gestellte Foto fallen unterschiedlich aus, etwa bei Twitter. Manche betonen, Spitzenpolitiker müssten ohnehin immer geschützt werden, die Symbolik sei entscheidend gewesen. Andere kritisieren, dass die Staatenlenker nicht in der Menge mitliefen.

Der "Independent" schreibt, neun Länder, deren Vertreter auf dem Foto zu sehen sind, gehörten zum unteren Drittel des Pressefreiheitsindexes der Organisation "Reporter ohne Grenzen".

Quelle: n-tv.de

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