Politik
Beim G8-Gipfel 2011 in Genua lieferten sich Demonstranten und Polizei regelrechte Straßenschlachten.
Beim G8-Gipfel 2011 in Genua lieferten sich Demonstranten und Polizei regelrechte Straßenschlachten.(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Mittwoch, 19. Juli 2017

Eskalation in Genua: Polizei gibt Folter bei G8-Demos zu

In Genua gehen die Menschen 2001 beim Gipfel der acht großen Industrienationen auf die Straße und demonstrieren. Die Proteste verlaufen alles andere als friedlich. Nun räumt die Polizei eine Mitschuld an der Eskalation der Gewalt ein.

Die italienische Polizei hat erstmals offiziell eine Mitschuld an der Polizeigewalt gegen Demonstranten am Rande des G8-Gipfels in Genua 2001 eingeräumt. "Ich sage klar und deutlich, dass es Folter gab", sagte der italienische Polizeichef Franco Gabrielli der Tageszeitung "La Republicca".

Auch 2001 eskalieren die Demonstrationen zum G8-Gipfel.
Auch 2001 eskalieren die Demonstrationen zum G8-Gipfel.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Einen Monat zuvor hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Italien zum zweiten Mal wegen des brutalen Vorgehens der Polizisten verurteilt. Seit Anfang Juli gilt Folter in dem Land zudem als Straftatbestand. 

Das Gipfeltreffen vom 21. bis 23. Juli 2001 wurde von massiven Protesten begleitet. Bei Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei wurden etwa 500 Menschen verletzt, ein Demonstrant starb.

Sicherheitskonzept war "Katastrophe"

Gabrielli nannte das Sicherheitskonzept des Gipfels der großen Industrienationen im Jahr 2001 "eine Katastrophe." Zugleich betonte er, dass sich bei der Polizei in Italien ein Wandel vollzogen habe. Das könne man am relativ friedlichen Ablauf der EU- und G7-Treffen in diesem Jahr sehen.

Der Polizeichef zog auch einen Vergleich zu den Ausschreitungen des letzten G20-Gipfels in Deutschland und sagte: "Schauen Sie, was in Hamburg passiert ist. Und schauen Sie, was stattdessen beim diesjährigen G7-Gipfel in Taormina auf Sizilien passiert ist". Die italienische Polizei setze nun auf Prävention statt auf Repression, um die Protestierenden friedlich zu begleiten.

Quelle: n-tv.de

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