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Ein Bild, das Nedas Grab zeigen soll. Die Arbeit der Journalisten im Iran wird derart behindert, dass selbst diese Aussage nicht als Faktum präsentiert werden kann.
Ein Bild, das Nedas Grab zeigen soll. Die Arbeit der Journalisten im Iran wird derart behindert, dass selbst diese Aussage nicht als Faktum präsentiert werden kann.(Foto: AP)

Trauer in Teheran verboten: Polizeiknüppel an Nedas Grab

Iranische Sicherheitskräfte haben in ganz Teheran Trauerfeiern zum Gedenken an die Opfer der jüngsten Proteste teils gewaltsam aufgelöst. Ungeachtet eines Verbots versammelten sich nach Angaben von Augenzeugen tausende Demonstranten allein auf dem großen Teheraner Mosalla-Gebetsplatz. In verschiedenen Stadtteilen kamen Menschen zusammen, um an die Getöteten zu erinnern. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Mit Schlagstöcken trieben Polizisten mehrere hundert Menschen am Grab der jungen Neda Agha-Soltan auf dem großen Friedhof Behescht-e Sahra im Süden Teherans auseinander, die durch ihren Tod zum Symbol der Protestbewegung gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad geworden war. Es gab auch wieder Festnahmen. Die Iranerin war am 20. Juni bei Protesten gegen das Wahlergebnis erschossen worden. Ihr Tod löste auch international Bestürzung aus.

Mussawi darf nicht zum Grab

Auch Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi wollte sich den Angehörigen der Opfer auf dem Friedhof anschließen, wo Agha-Soltan begraben ist. Schiitische Muslime gedenken der Verstorbenen traditionell 40 Tage nach dem Tod. Sicherheitskräfte hinderten Mussawi jedoch daran, aus seinem Auto auszusteigen. Darauf skandierten die Demonstranten "Allah'u Akbar" (Gott ist groß) und "Tod dem Diktator". Die Polizei, die zu mehreren Hundert angerückt war, trieb die Menge auseinander.

Ein Bild von Neda vor dem Generalkonsulat der Islamischen Republik Iran in Hamburg.
Ein Bild von Neda vor dem Generalkonsulat der Islamischen Republik Iran in Hamburg.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Offiziell waren bei den Protesten der Oppositionsanhänger 20 Menschen ums Leben gekommen. Ein iranischer Abgeordneter hatte vor kurzem aber von 30 Todesopfern gesprochen. Die Behörden hatten einen Antrag der Oppositionsführer Mussawi und Mehdi Karrubi abgelehnt, auf dem Mosalla-Gebetsplatz eine öffentliche Trauerfeier zu veranstalten. Trotz des Verbotes wollten Mussawi und Karrubi jedoch mit den Angehörigen der Opfer auf dem Friedhof der Toten gedenken.

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Die Opposition wirft der Regierung Wahlfälschung vor und erkennt die Wiederwahl des erzkonservativen Ahmadinedschad bei der Abstimmung am 12. Juni nicht an. Der Tod der 27 Jahre alten Neda war mit Handykameras aufgenommen und anschließend im Internet verbreitet worden. Sie war von einer Kugel im Bauch tödlich getroffen worden. Die Bilder von ihrem Tod gingen um die Welt. Die genauen Umstände ihres Todes sind weiter ungeklärt.

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Quelle: n-tv.de

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