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Russische Radarstation: Raketenabschuss im Mittelmeer registriert

Ist das nun der Militärschlag gegen Syrien? Eine russische Radarstation soll einen Raketenabschuss im Mittelmeerraum registriert haben – das berichten russische Nachrichtenagenturen. Um den viel diskutierten Angriff auf das Assad-Regime handelt es sich aber wohl kaum. Die Amerikaner dementieren einen Raketenabschuss.

Ein russischer Offizier steht vor der Radarstation in Armawir, die den Raketenangriff bemerkt haben soll.
Ein russischer Offizier steht vor der Radarstation in Armawir, die den Raketenangriff bemerkt haben soll.(Foto: AP)

Russland hat am Morgen zwei Raketenstarts im Mittelmeerraum registriert. Die ballistischen Raketen seien um 8.16 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Richtung des östlichen Küstenstreifens des Mittelmeers abgefeuert worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau laut russischen Nachrichtenagenturen. Sie seien aus dem zentralen Mittelmeer abgefeuert worden. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete unter Berufung auf eine syrische Quelle, die Raketen seien ins Meer gestürzt. "Die Raketen könnten von einem amerikanischen Schiff im Mittelmeer abgefeuert worden sein", sagte ein Vertreter des russischen Militärs der Nachrichtenagentur Interfax.

Die angeblichen Starts stehen aber offenbar nicht im Zusammenhang mit dem Syrien-Konflikt. Die Amerikaner haben nach Regierungsangaben keine Rakete von einem ihrer Schiffe oder Flugzeuge im Mittelmeer abgefeuert, berichtet der TV-Sender CBS. Die USA und Frankreich hatten nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien Militärschläge gegen Syrien angekündigt. US-Präsident Barack Obama will zuvor aber noch die Zustimmung des Kongresses einholen. Auch Großbritannien hatte zunächst angekündigt, sich an einem Militärschlag zu beteiligen. Doch das britische Unterhaus lehnte die Pläne von Premier David Cameron ab. Als Begründung für den Militärschlag wurde die Schuld des syrischen Diktators Baschar al-Assad an einem Giftgasangriff mit über 1400 zivilen Todesopfern angeführt.

Russland selbst hatte die bisher geäußerten Angriffspläne stets heftig kritisiert. Vor dem G-20-Gipfel in St. Petersburg kühlte die Stimmung zwischen Moskau und Washington merklich ab - bis Obama ankündigte, den US-Kongress über den Militärschlag entscheiden zu lassen.

Für seine bevorstehende Kongress-Abstimmung mit Blick auf einen Militärschlag in Syrien hat US-Präsident Barack Obama am Montag Rückhalt von zwei einflussreichen Senatoren bekommen. Die republikanischen Außenpolitiker John McCain und Lindsey Graham äußerten sich nach einem Gespräch mit Obama im Weißen Haus positiv. Sie vertrauten nun darauf, dass das Weiße Haus eine bessere Strategie entwickle, um auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz von Diktator Baschar al-Assad zu reagieren.

Die wiederaufgeflammten Sorgen vor einer Intervention in Syrien haben den Dax nach einem kaum veränderten Verlauf spürbar belastet. Zeitweise sank er um mehr als ein Prozent. Der Ölpreis sprang daraufhin kurz an und die Aktienmärkte gerieten unter Druck. Nach einem ersten Schreck erholten sich die Kurse dann wieder teilweise. Der Dax büßte bis zur Mittagszeit noch 0,65 Prozent ein auf 8190 Punkte.

Der Raketenabschuss wurde den Angaben zufolge durch das russische Frühwarnsystem in Armawir im Süden Russlands registriert. Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe Präsident Wladimir Putin über den Vorfall informiert.

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Quelle: n-tv.de

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