Politik

Blutiges Massaker in Syrien: Rebellen richten 20 Soldaten hin

Kriegsverbrechen werden in Syrien nicht nur von den Soldaten des Assad-Regimes begangen, die Rebellen stellen Videos mit ihren Verbrechen sogar ins Internet. Ein solcher Film zeigt, wie Aufständische 20 Soldaten erschießen. UN-Generalsekretär Ban fordert, die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen in Syrien vor Gericht zu bringen.

Screenshot aus dem Video des Vorfalls, der angeblich in Aleppo stattgefunden haben soll.
Screenshot aus dem Video des Vorfalls, der angeblich in Aleppo stattgefunden haben soll.(Foto: Screenshot)

In Syrien sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 20 Soldaten von Rebellen wie bei einer Hinrichtung erschossen worden. Wie die im Exil ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, sollen die Soldaten bei einem Angriff auf eine Kaserne am Freitag oder Samstag in der Stadt Aleppo von Aufständischen gefangen genommen worden sein. Sie seien in einer Reihe aufgestellt und erschossen worden, hieß es.

Die Organisation beruft sich auf ein Video des Ereignisses, das sie bei Youtube veröffentlichte. Darin sind rund 20 männliche Leichen zu sehen, die teils in Zivilkleidung mit blutüberströmten Köpfen nebeneinander auf einem Bürgersteig liegen. Ihre Hände sind auf dem Rücken gefesselt und ihre Augen verbunden. Rings herum stehen mehrere Männer, die unter anderem das Siegeszeichen formen und die Getöteten als "Hunde" beleidigen. Die Echtheit des Videos konnte nicht überprüft werden.

Ban will Täter vor Gericht bringen

Mittlerweile zeigt sich die internationale Gemeinschaft zutiefst schockiert über auf beiden Seiten begangene Verbrechen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte, alle für Kriegsverbrechen in Syrien Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Beide Seiten müssten für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Ban vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf. Die Aussicht, die Verantwortlichen vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen, sind derzeit allerdings sehr gering.

Bilderserie

Auch die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, zeigte sich besorgt über die Gewalt in Syrien. Abgesehen von Verbrechen der Regierungstruppen an Zivilisten bereiteten ihr auch Menschenrechtsverletzungen durch die Opposition große Sorge - "einschließlich Mord, willkürliche Hinrichtungen und Folter sowie die in letzter Zeit zunehmende Verwendung von Sprengsätzen".

Diverse Gespräche in Kairo

In Kairo begann am Montag der Syrien-Sondergesandte von Uno und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, seine erste Vermittlungsmission in der Region. Er wisse, dass seine Mission "sehr schwierig" sei, sagte der ehemalige algerische Außenminister nach Gesprächen mit dem Chef der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi. Trotzdem könne er die Aufgabe, dem syrischen Volk zu helfen, nicht zurückweisen.

Ebenfalls in Kairo kam am Montagabend auch eine vom ägyptischen Präsident Mohammed Mursi angeregte Kontaktgruppe zur Vermittlung im Syrien-Konflikt zusammen. Die stellvertretenden Außenminister Ägyptens, der Türkei, des Iran und Saudi-Arabiens tauschten sich nach Angaben des ägyptischen Außenministeriums über ihre jeweiligen Standpunkte aus. Noch in dieser Woche könnten Gespräche zwischen den Außenministern folgen, teilte das Außenministerium weiter mit.

Russland schlägt Konferenz vor

Derweil schlug Russland eine große Konferenz unter Einbeziehung aller syrischen Konfliktparteien vor. An einem solchen Treffen müssten sowohl Vertreter von Regierung und Opposition, als auch der verschiedenen religiösen Gruppierungen teilnehmen, sagte der stellvertretende russische Außenminister Michail Bogdanow der französischen Zeitung "Figaro".

Quelle: n-tv.de

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