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Neben dem Flughafen, explodierte es auch an der Metro-Station in Maelbeek.
Neben dem Flughafen, explodierte es auch an der Metro-Station in Maelbeek.(Foto: dpa)

Reaktionen auf Anschläge in Brüssel: Regierungen rufen Sicherheitsräte zusammen

Nach den Explosionen in Brüssel reagieren die Behörden im In- und Ausland sofort: An internationalen Drehkreuzen werden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, Regierungen rufen ihre Sicherheitsgremien zusammen.

Bei den Explosionen am Flughafen und in der U-Bahn in Brüssel mit mehreren Toten und Verletzten gehen die belgischen Sicherheitsbehörden mittlerweile von Terroranschlägen aus.

In Belgien wurde umgehend die Terrorwarnstufe auf die höchste Stufe angehoben, wie ein Sprecher von Innenminister Jan Jambon mitteilte. Dem Sender RTBF zufolge nahm die Staatsanwaltschaft bereits Antiterror-Ermittlungen auf. Währenddessen rief Premier Charles Michel den nationalen Sicherheitsrat zusammen. Dem Gremium gehören die wichtigsten Minister der Regierung an. Das Krisenzentrum des Landes rief die Bürger auf, zu Hause oder am Arbeitsplatz zu bleiben. "Bleiben Sie, wo Sie sind", so das Krisenzentrum im Wortlaut.

Der Flughafen Brüssel-Zaventem wurde geschlossen, Flüge nach Brüssel wurden umgeleitet. Die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft Stib schloss zudem aus Sicherheitsgründen alle Metrostationen. Auch Straßentunnel wurden gesperrt.

Polizei arbeitet an "angepasstem Sicherheitskonzept"

Auch in Deutschland sind nach den Explosionen am Brüsseler Flughafen die Kontrollen am größten Airport in Frankfurt am Main verschärft worden. Die Bundespolizei arbeite an einem angepassten Sicherheitskonzept, sagte eine Sprecherin des Bundespolizeipräsidiums. Details könne man derzeit allerdings noch nicht nennen. Die Kontrollen an deutschen Flughäfen und Bahnhöfen sowie an der deutsch-belgischen Grenze wurden verstärkt. In der belgischen Hauptstadt fielen Züge und mehr als tausend Flüge aus, was zu einem Verkehrschaos in Belgien führte.

Die Deutsche Bahn stoppte ihren Fernverkehr nach Brüssel. Betroffen seien zunächst die für Dienstag geplanten drei ICE-Verbindungen von Köln über Aachen nach Brüssel und zurück, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Züge fuhren demnach nur bis Aachen und kehren dort um. Wann die Züge wieder planmäßig fahren sollen, war zunächst unklar. Auch der Verkehr mit den internationalen Thalys-Schnellzügen wurde in Belgien am späten Vormittag eingestellt. Züge, die bereits unterwegs waren, mussten umkehren. Der Thalys-Verkehr sei "vollständig unterbrochen", hieß es auf der Internetseite der Gesellschaft.

Das Auswärtige Amt in Deutschland rief zu besonderer Vorsicht auf. In einem Sicherheitshinweis heißt es: "Reisende in Brüssel werden dringend gebeten, sich in der Stadt nur mit erhöhter Aufmerksamkeit und Wachsamkeit zu bewegen." Zugleich rief das Auswärtige Amt dazu auf, größere Menschenansammlungen zu meiden und Weisungen der belgischen Sicherheitskräfte unbedingt zu befolgen. Das Ministerium richtete auch eine Notfallnummer für Fragen ein: 030/5000-3000. Zudem richtete die Behörde einen Krisenstab ein. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte, dass es bislang keine Informationen darüber gebe, dass Deutsche unter den Opfern sind.

Cameron ruft Sicherheitskabinett zusammen

Auch am Pariser Flughafen Charles de Gaulle wurden die Sicherheitsmaßnahmen umgehend verschärft. Die Vorkehrungen würden an allen acht Terminals und an den beiden Bahnhöfen des Hauptstadtflughafens verstärkt, verlautete aus Flughafenkreisen. Unter anderem sollten Züge aus Brüssel kontrolliert werden. Innenminister Bernard Cazeneuve schickte 1600 zusätzliche Polizisten und Gendarmen in den Einsatz.

Großbritanniens Premierminister David Cameron rief sein Sicherheitskabinett zusammen, um über die mutmaßlichen Terroranschläge zu beraten. "Ich bin schockiert und besorgt wegen der Ereignisse in Brüssel. Wir werden alles tun, was wir können, um zu helfen", schrieb Cameron auf Twitter. Das Sicherheitskabinett werde noch am Vormittag zusammenkommen. Die britische Polizei habe ihre Präsenz an Flughäfen und an anderen sensiblen Orten verstärkt, erklärte der für Antiterrormaßnahmen zuständige Scotland-Yard-Beamte Mark Rowley.

Auch das niederländische Militär erhöhte seine Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen und Grenzen des Landes. In New York weitete die Polizei nach den Anschlägen laut dem Senders NBC ihre Präsenz an den Flughäfen und Metrostationen der US-Metropole aus.

Quelle: n-tv.de

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