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Trümmer der russischen Maschine.
Trümmer der russischen Maschine.(Foto: dpa)

"Es war ein Terrorakt": Russland setzt Kopfgeld auf Attentäter aus

Ende Oktober stürzt ein russisches Flugzeug über dem Sinai ab, mehr als 200 Menschen sterben. Jetzt erklärt der Geheimdienst FSB: Es war ein Attentat. An Bord befand sich eine Bombe. Russland will die Täter um jeden Preis und setzt eine hohe Belohnung aus.

Russland hat ein Kopfgeld von 50 Millionen Dollar (47 Millionen Euro) auf die Täter ausgesetzt, die die Passagiermaschine über Ägypten zum Absturz gebracht haben. Die Belohnung werde für Hinweise ausgezahlt, die zum Ergreifen der "Terroristen" führe, teilte der Inlandsgeheimdienst FSB in Moskau mit.

Kurz vorher war bekannt geworden, dass nun auch Russland davon ausgehe, dass das Flugzeug wegen einer Bombenexpolision abstürzte. Die selbst gebaute Bombe habe eine Sprengkraft von bis zu 1,5 Kilogramm TNT gehabt, sagte FSB-Chef Alexander Bortnikow.

"Man kann sagen, es war ein Terrorakt", teilte Bortnikow mit. An den Trümmern des am 31. Oktober abgestürzten Airbus A321 und an Gepäckstücken seien Spuren von Sprengstoff festgestellt worden.

Anders als der FSB hat die von Ägypten geführte Untersuchungskommission zum Absturz der russischen Passagiermaschine über dem Sinai allerdings bisher keine Beweise für eine Bombe an Bord. Ein Quelle aus dem Luftfahrtministerium sagte, das Team in Kairo habe bislang keine Sprengstoffspuren oder andere Anhaltspunkte gefunden.

Putin will Luftangriffe intensivieren

Der russische Präsident Wladimir Putin drohte den Tätern bei einem Treffen mit Bortnikow mit Vergeltung. "Russland wird (...) sein Recht auf Selbstverteidigung in Anspruch nehmen", betonte der Kremlchef. Es werde die Hintermänner des Anschlags finden und bestrafen und überdies die russischen Luftangriffe in Syrien intensivieren. Nach dem Absturz hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einem nicht zu verifizierenden Video die Verantwortung dafür übernommen.

Der Airbus A321 der russischen Fluggesellschaft Metrojet war wenige Minuten nach dem Start in Scharm el Scheich abgestürzt. Keiner der 224 Menschen an Bord überlebte das Unglück.

Geheimdienstexperten aus Großbritannien hatten bereits früh den Verdacht geäußert, dass eine Bombe an Bord der Maschine den Ferienflieger zum Absturz gebracht haben könnte. Von offizieller russischer Seite wurden solche Vermutungen zunächst als Spekulation zurückgewiesen. Vor wenigen Tagen sagte allerdings auch Ministerpräsident Dmitri Medwedew, dass "die Möglichkeit eines Terroraktes" selbstverständlich bestehe. 

Russland fliegt bereits seit einigen Wochen gegen den IS Luftangriffe in Syrien. Die Islamisten haben seitdem mehrfach auch zu Anschlägen in Russland aufgerufen.

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Quelle: n-tv.de

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