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Kandidat Steinbrück und Parteichef Gabriel müssen sich etwas Neues einfallen lassen.
Kandidat Steinbrück und Parteichef Gabriel müssen sich etwas Neues einfallen lassen.(Foto: picture alliance / dpa)

"Gehen Sie zurück auf Los, …": SPD steht wieder am Anfang

Dem Punktsieg beim Rededuell im Bundestag zum Trotz: Die SPD ist - zumindest in der Forsa-Umfrage für RTL und "Stern" - wieder im Alltag angekommen. Die Zustimmungswerte für Partei und Kandidat pendeln sich auf dem Niveau vor der Nominierung Steinbrücks ein. Profitieren kann derzeit die Linke: Sie ist so beliebt wie seit Monaten nicht mehr.

Es ist die Woche, in der Peer Steinbrück zum ersten Mal als Kanzlerkandidat seiner Partei im Bundestag gegen Kanzlerin Angela Merkel auftritt. Nach landläufiger Auffassung gewinnt der SPD-Mann dieses Duell, vor allem in Währungs- und Finanzfragen kann er überzeugen. In der Wählergunst bringt ihm das offenbar allerdings keine Punkte.

Im Gegenteil: Die SPD muss nach dem Hoch, das auf die Kandidatur Steinbrücks folgte, weiter Feder lassen. Nachdem die Sozialdemokraten bereits in der Vorwoche in der Forsa-Umfrage für RTL und "Stern" an Zustimmung verloren hatten, sinkt der Wert erneut um 2 Prozent. Die SPD liegt damit wieder bei 27 Prozent. Das ist das Niveau von der Woche, bevor Steinbrück seinen Hut in den Ring warf.

Müßig, darüber zu diskutieren, ob es die Debatte über seine Nebeneinkünfte war, die ihm geschadet hat, aber fest steht: Auch Peer Steinbrück selbst hat in der Gunst der Wähler verloren. Stünde er im Duell mit Amtsinhaberin Merkel zur Wahl, votierten nur noch 29 Prozent für ihn -nach einem zwischenzeitlichen Hoch von 35 Prozent. Und auch hier zeigt sich: Steinbrück ist wieder dort angekommen, wo er gestartet ist. Kurz vor seiner Nominierung betrug sein Zustimmungswert ebenfalls 29 Prozent.

Grüne und Linke hui, FDP und Piraten pfui

Neben der anhaltenden Schwäche der SPD ist besonders das katastrophale Bild auffällig, dass die FDP abgibt. Die Liberalen kommen in der neuen Umfrage gerade einmal auf mickrige 3 Prozent. So mies standen sie zuletzt im März da. Erneut würde die Regierungspartei an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, wenn am Sonntag Wahlen wären. Das ist schon seit Mitte September so.

Das bedeutet dann auch weiterhin: Dass die CDU/CSU mit 38 Prozent (plus 1 Prozent) derzeit mit Abstand stärkste Partei ist, bringt den Konservativen nichts. Denn mit wem sollen sie dann ein Bündnis schmieden? Dagegen steht der naturgemäße Koalitionspartner der SPD, die Grünen, vergleichsweise glänzend da. Die Partei, die am Wochenende bei der OB-Wahl in Stuttgart einen großen Erfolg feierte, liegt bei 12 Prozent und damit ebenfalls um 1 Prozentpunkt über dem Wert der Vorwoche.

Zugelegt um 1 Prozentpunkt haben auch die Linken, sie stehen nun bei 9 Prozent. Katja Kipping und Bernd Riexinger, die Chefs der Partei, dürften den Piccolo aus dem Eisschrank holen: Denn so gut stand die Linkspartei schon seit März nicht mehr da. Weit von alten Erfolgen entfernt sind dagegen die Piraten, sie dümpeln mit mageren 5 Prozent vor sich hin – zu Bestzeiten im Frühjahr lag die Zustimmung bei 12 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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