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(Foto: dpa)

Verfassungsschutz nennt neue Zahl: Salafistische Szene wächst auf Höchststand

Der Trend zu einem wörtlich am Koran verhafteten Islam in Deutschland ist laut Verfassungsschutz ungebrochen. Inzwischen weiß die Behörde von 7900 Anhängern des rückwärtsgewandten Salafismus. Die Zahl der Dschihad-Touristen steigt aber langsamer.

In Deutschland gibt es dem Verfassungsschutz zufolge inzwischen 7900 Salafisten. Damit habe die Szene einen neuen Höchststand erreicht, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, dem "Tagesspiegel". Vor zwei Jahren waren es noch 5500 Salafisten.

Allerdings wachse die Zahl von Islamisten, die sich in die Konfliktregion Syrien-Irak begeben, nicht mehr so rasch wie im vergangenen Jahr. 760 "Dschihad-Reisende" aus Deutschland hätten sich seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges auf den Weg in die Region gemacht, sagte Maaßen. 2014 hatte seine Behörde noch eine Verdopplung auf 550 von 270 registriert.

Maaßen warnte davor, in den nach Deutschland strömenden Asylsuchenden "pauschal eine terroristische Bedrohung zu sehen". Allerdings wäre es auch "kurzsichtig, so zu tun, als hätte der Flüchtlingsstrom überhaupt keine Auswirkung auf unsere Sicherheit", fügte er hinzu. So versuchten Salafisten nach wie vor, im Umfeld von Flüchtlingsheimen Anhänger zu gewinnen.

Rechte im Internet hemmungsloser

Große Sorge äußerte Maaßen über die Reaktionen von Rechtsextremisten auf den Zustrom von Flüchtlingen und die Anschläge in Paris. Die Szene fühle sich "jetzt sehr bestätigt und macht Politiker bis hin zur Bundeskanzlerin und sogar die Medien für die momentane Flüchtlingssituation und für die Anschläge in Paris verantwortlich".

Im Internet sei eine Verschärfung der Wortwahl im Sinne eines "zivilgesellschaftlichen Widerstands gegen das 'herrschende System'" erkennbar, sagte Maaßen. Gruppen wie die "Old School Society", deren Anschlagspläne auf Moscheen und Flüchtlingsunterkünfte vom Verfassungsschutz aufgedeckt wurden, bereiteten ihm "große Sorge", sagte Maaßen.

Quelle: n-tv.de

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