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Sanders kämpft weiter.
Sanders kämpft weiter.(Foto: AP)

Trump siegt, Cruz auch: Sanders bleibt im Rennen

Im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur fügt der Demokrat Sanders seiner Kontrahentin Clinton eine empfindliche Niederlage zu. Der Republikaner Trump siegt in drei Staaten, Cruz in Idaho - und der Favorit des Establishments bleibt weit zurück.

Bernie Sanders kann im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten überraschend Boden wettmachen. Der 74 Jahre alte Senator aus dem Bundesstaat Vermont gewann unerwartet den Bundesstaat Michigan und fügte damit seiner Kontrahentin Hillary Clinton eine empfindlich Niederlage zu. Die "Washington Post" und der Sender NBC erklärten Sanders zum Sieger. Zuvor waren 95 Prozent der Stimmen ausgezählt worden. Clinton hat keine realistische Chance mehr, die zwei Prozentpunkte Rückstand aufzuholen.

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Die frühere Außenministerin hatte zuvor Mississippi klar gewonnen, wo viele Afroamerikaner leben, und sich bei der Zahl der Delegierten für den Parteitag im Juli weiter abgesetzt. Sanders setzte jedoch mit dem nicht vorausgesagten Gewinn in Michigan ein weiteres wichtiges Achtungszeichen. "Die politische Revolution, über die wir hier sprechen, ist stark", sagte der 74-Jährige. Er wolle weitere Staaten gewinnen. "Die stärksten Teile kommen erst noch", sagte er. Clinton wandte sich nach ihrem Sieg in Mississippi an ihre Anhänger. "Wir sind besser als das, was uns die Republikaner anbieten", rief die frühere Außenministerin.

Bei den Republikanern setzte sich erneut Donald Trump durch. Der in der Partei umstrittene Milliardär siegte in Mississippi, Michigan und Hawaii, Ted Cruz gewann die Vorwahl in Idaho mit deutlichem Abstand vor Trump.

Trump und Clinton hatten vor einer Woche bei dem sogenannten "Super Tuesday" die meisten Siege eingefahren und damit ihre Rollen als Favoriten auf die Kandidatur für die Wahl des Nachfolgers von Präsident Barack Obama im November gestärkt. Am vergangenen Wochenende verlor Trump mit Kansas, Maine und Puerto Rico aber drei Wahlen. Vorausgegangen war eine beispiellose Kampagne der eigenen Parteiführung gegen den Unternehmer aus New York. Sein Widersacher, der erzkonservative Texaner Ted Cruz, konnte bei der Vergabe der Delegierten leicht aufholen. "Ich hoffe, dass die Republikaner es annehmen werden", sagte Trump nach seinen Siegen in Michigan und Mississippi. "Umfragen zeigen, dass ich Hillary schlagen kann. Wir werden viele, viele Menschen von den Demokraten zu uns holen", fügte er hinzu. In Wahrheit sehen die meisten Umfragen Clinton im Vergleich mit Trump allerdings deutlich vorn.

Rubio hat kaum mehr Chancen

Für Marco Rubio, den Favoriten des republikanischen Partei-Establishments, bahnte sich wie schon am vergangenen Samstag ein rabenschwarzer Tag an. Sowohl in Michigan als auch in Mississippi kam er nur auf einstellige Prozentsätze. Rubio muss am kommenden Dienstag in seinem Heimatstaat Florida unbedingt gewinnen, will er im Rennen bleiben.

Trump hat bei den Republikanern inzwischen 15 von 24 Vorwahlen gewonnen. Im Ringen um die meisten Delegiertenstimmen konnte er sich aber noch immer nicht entscheidend absetzen. Eine starke Strömung innerhalb der Republikaner versucht mit aller Macht, ihn als Präsidentschaftskandidaten zu verhindern. Viele Analysten gehen inzwischen von einer Kampfabstimmung beim Parteitag im Juli in Cleveland aus.

Die Vorwahlen am 15. März gelten als letzte gute Möglichkeit des republikanischen Establishments, eine Nominierung von Trump doch noch zu verhindern. An diesem Tag stimmen fünf Bundesstaaten ab, darunter die besonders bevölkerungsreichen Florida (20 Millionen Einwohner), Illinois (13 Millionen) und Ohio (etwa zwölf Millionen).

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Quelle: n-tv.de

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