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Im Morgengrauen sind die ersten Flüchtlinge in Griechenland an Bord einer Fähre gegangen.
Im Morgengrauen sind die ersten Flüchtlinge in Griechenland an Bord einer Fähre gegangen.(Foto: imago/Xinhua)
Montag, 04. April 2016

Erste Syrer aus Türkei in Hannover: Schulz: Keine Krise, wenn alle mitmachen

Die EU und die Türkei haben sich über die Verteilung von syrischen Flüchtlingen verständigt. Am Morgen beginnen beide Seiten mit der Umsetzung. EU-Parlamentschef Schulz verteidigt den Deal - und attackiert einige Mitglieder.

EU-Parlamentschef Martin Schulz hat einmal mehr eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise angemahnt. Würden sich alle Staaten an einer Lösung der Probleme beteiligen, gäbe es keine Krise, sagte er in Berlin. In diesem Zusammenhang kritisierte er Rückkehr einiger EU-Länder zu nationalstaatlichen Alleingängen. Mit Kleinstaaterei werde es keine Lösung geben. Unterdessen ist ein zentraler Punkt des umstrittenen EU-Türkei-Abkommens in Kraft getreten.

Am Morgen schickten griechische Behörden die ersten illegal eingereisten Migranten zurück in die Türkei. Rund 200 von ihnen erreichten die türkische Küste. Zugleich lief die Verteilung syrischer Flüchtlinge aus der Türkei an. In Hannover landeten die ersten syrischen Flüchtlinge, die legal auf direktem Weg aus der Türkei in die Europäische Union einreisen durften. 24 Menschen kamen in einer Linienmaschine an. Sie werden mit einem Bus zunächst in das Erstaufnahmelager Friedland bei Göttingen gebracht, wie ein Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks sagte. Am Mittag werden weitere 18 Flüchtlinge am Airport erwartet.

Dem Abkommen zwischen Brüssel und Ankara zufolge sollen alle nach dem 20. März in Griechenland eingetroffenen Flüchtlinge in die Türkei abgeschoben werden, die kein Asyl in Griechenland beantragen oder deren Anträge abgelehnt wurden. Im Gegenzug für jeden zurückgeschickten Syrer will die EU einen anderen syrischen Flüchtling aus der Türkei auf legalem Weg aufnehmen - bis zu einer Obergrenze von 72.000.

Schulz betonte, dass der Türkei eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise zukomme. Gleichwohl werde Ankara keinen Rabatt bei Schlüsselfragen bekommen – etwa beim Thema Medien. Zudem erinnerte der SPD-Politiker daran, dass die Nachbarländer Syriens bislang Millionen Flüchtlinge aufgenommen haben. Dabei appellierte er eindringlich an die EU-Regierungen, versprochene Gelder zur Betreuung der Migranten in diesen Ländern zur Verfügung zu stellen. So seien es unter anderem ausbleibende Hilfsgelder einer der Gründe für die Flucht nach Europa gewesen.

Quelle: n-tv.de

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